Die Polizei – dein Velofreund und Helfer

Die Polizei – dein Velofreund und Helfer

Velofahrer wähnen sich im rechtsfreien Raum. Die Ampel scheint für sie immer grün. Trottoirs und Fussgänger werden als Slalom-Route wahrgenommen. Und Zahlen zeigen: In Zürich und Basel werden fast keine Bussen verteilt.

image
von Gast Autor am 4.6.2021, 11:00 Uhr
Velofahrer werden selten gebüsst. Bild: Shutterstock
Velofahrer werden selten gebüsst. Bild: Shutterstock
Gestern war übrigens der «Tag des Fahrrads». Seit 1998 wird er in vielen europäischen Ländern gefeiert. Er soll an die zunehmende Belastung durch Automobilverkehr hinweisen. Oder, in den Worten von Nationalrat Matthias Aebischer und Präsident von Pro Velo Schweiz: «Es ist an der Zeit, dass das Velo besser zur Geltung gebracht wird.»
Die Wirklichkeit sieht anders aus. Noch nie wurden so viele Fahrräder gekauft wie 2020. Insgesamt über eine halbe Million, wie aus der Statistik des Branchenverbandes Velosuisse hervorgeht. Autos wurden letztes Jahr nur knapp 240'000 Mal verkauft.
«Velo-Plage» ist ein böses Wort. In manchen Stadtteilen in der Schweiz lässt sich aber Folgendes beobachten: Der Begriff «Rotlicht» gilt für viele Fahrradfahrer nicht, das Trottoir wird als reguläre Strassenverbreiterung verstanden und Passanten dienen als Pylonen.
Niedrige Bussen
Theoretisch können auch Velofahrer gebüsst werden. «Unerlaubtes Befahren des Trottoirs» wird mit 40 Franken gebüsst. «Verweigern des Vortritts an Fussgängerstreifen» kostet ebenfalls 40 Franken und ein Rotlicht überfahren sogar 60. Die Ordnungsbussen werden selten verteilt.
Denn so richtig beliebt sind Fahrradkontrollen bei den Polizisten nicht. Sie gelten als spiessig. Und die niedrigen Bussen rentieren sich wohl kaum. Ganz anders bei den Autofahrern Wenn sie beim Fussgängerstreifen nicht anhalten, wird es teurer: 140 Franken. Velofahrer erhalten beim gleichen Vergehen nur eine 40 Franken-Busse.
Das alles schlägt sich in der Statistik nieder. Den 8000 Velobussen in der Stadt Zürich stehen über 860'000 Ordnungsbussen gegenüber, welche den Autolenkern letztes Jahr ausgehändigt wurden. Im April verschickte die Stadt eine Mitteilung. Ihren Trauerflor trägt sie gleich im zweiten Satz: «Der Ertrag aus Ordnungsbussen fiel mit 57,8 Mio. Franken um 3,8 Mio. Franken tiefer aus als im Vorjahr.»
135'000 Autos vs. 34 E-Bikes
Auch in Basel, wie Zürich rot-grün regiert, gewährte man den Velofahrern 2020 freie Fahrt. Über 135'000 PKW-Fahrer kriegten ein Knöllchen, aber weniger als 2500 Velofahrer. Und E-Biker? 34.
Wie die Situation in der rot-grünen Stadt Bern aussieht, ist nicht bekannt. In der Beamtenstadt werden die Zahlen nicht nach Fahrzeuggruppen aufgeschlüsselt. Auch das Bundesamt für Statistik kann keine Auskunft geben. Und beim Astra führt man ebenfalls keine Strichliste.

Mehr von diesem Autor

image

Die Peitsche für Adolf Ogi, die Diamanten für Calmy-Rey

Ähnliche Themen

image

Der «Blick» enthüllt: Alain Berset wurde vom Ausland bedroht

Dominik FeusiHeute, 12:39comments8