Die Heiratsstrafe von CVP und BDP

Die Heiratsstrafe von CVP und BDP

Fünf Monate nach dem Zusammenschluss von CVP und BDP zeigt sich: Es herrscht allgemeine Namensverwirrung. Und: Es wird alles noch komplizierter.

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von Beni Frenkel am 27.5.2021, 11:00 Uhr
Noch immer erhältlich: CVP-Gadgets. Bild: Screenshot / CVP-Website
Noch immer erhältlich: CVP-Gadgets. Bild: Screenshot / CVP-Website
Die gute Nachricht zuerst. Wer im Onlineshop der CVP einkaufen geht, kriegt ab einem Bestellwert von 2000 Franken eine Reduktion von 30 Prozent. Die schlechte Nachricht: Die Ballone, Fahnen, Krawatten, Notizbücher und Kugelschreiber sind veraltet. Sie tragen das Kürzel CVP oder die Buchstabenfolge CVP PDC PPD PCD.
Seit dem 1. Januar 2021 heisst die Partei neu «Die Mitte». Sie ist aus dem Zusammenschluss mit der BDP entstanden. Seitdem werden die Mandatsträger «Die-Mitte-Regierungsrat» oder «Die-Mitte-Kantonsrätin» genannt. So weit, so klar.
Die Kantone zeigen sich nicht alle begeistert vom neuen Auftritt. Das geht zumindest aus den internen Abstimmungen zum neuen Namen hervor. Die Kantonalparteien haben noch vier Jahre Zeit, über den neuen Namen abzustimmen. Bislang liegen die Ergebnisse von 12 Kantonen vor.
Es gibt nun «Die Mitte Nidwalden», aber auch die «CVP – Die Mitte Obwalden». Und es gibt «Die Mitte Zürich», aber eben auch «Die Mitte Kanton Bern». Die vielen Änderungen haben auch die Zentrale verwirrt. «Hoppla, da liegen Sie natürlich richtig», schreibt sie zurück, als sie zuerst von «Die Mitte Bern» ausging.
Es wird aber alles noch schöner und noch komplizierter. Da auch die Ortsparteien mitdiskutieren dürfen, werden bis 2025 noch mehr verschiedene Parteibezeichnungen vorliegen. Bereits heute unterscheiden sich innerkantonal die «Die Mitte CVP Wettingen» von «Die Mitte Spreitenbach».
Die Partei hat mit den vielen Namensbezeichnungen kein Problem, schreibt sie. Da Ortsparteien eigenständige Vereine mit eigenen Statuten sind, kann man ihnen den neuen Namen nicht überstülpen. «Die einzige Vorgabe ist, dass die Kantonalparteien bis spätestens 2025 einen Entscheid herbeiführen müssen, ob sie den Namen ändern wollen.» Bei den nächsten Parlamentswahlen von 2023 droht der Partei also Die-Mitte-Verwirrung.
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Beni Frenkel, Heute, 13:00
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