Die Geister, die sie rief, sind hinter Frau Baerbock her

Die Geister, die sie rief, sind hinter Frau Baerbock her

Eine Kanzlerkandidatin, die das «N-Wort» benutzt: Deutschland ist aus dem Häuschen. Und die Grüne Annalena Baerbock kriecht zu Kreuze, auch wenn sie das Ganze gar nicht rassistisch gemeint hat. Willkommen in der neuen Welt, Frau Baerbock, die Sie selbst mitkreiert haben. Mohrenkopf gefällig?

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von Stefan Millius am 27.7.2021, 15:09 Uhr
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Sie hat es ja nur gut gemeint. Und das tut Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der deutschen Grünen, eigentlich immer. Wie Links-Grün ja sowieso eigentlich alles immer nur gut meint. Manchmal kapiert man es nicht sofort, wenn beispielsweise der Liter Benzin in der Schweiz plötzlich 5 Stutz kosten soll, damit der Smog in China verschwindet, aber das liegt daran, dass wir anderen zu dumm sind.
Konkret: Baerbock hat im Rahmen eines gefilmten Interviews, das wir im August zu sehen bekommen werden, das N-Wort benutzt. Nein, gemeint ist nicht «Nazi», das darf man ja sagen, sondern das andere. Das Wort, das von der Bildfläche verschwinden soll, weil Rassismus ja bekanntlich ausgemerzt wird, sobald das keiner mehr sagt, sondern stattdessen beispielsweise «People of Color». Wenn man nur früher gewusst hätte, wie einfach es ist, die Welt zu retten, dann hätten wir das doch getan!
So schnell steckt man in der Rassismusfalle!
Selbstredend hat die ohnehin schon schwer angeschossene Politikerin, die sich gern von Dingen inspirieren lässt, die ein anderer geschrieben hat, nicht etwa rassistisch gehandelt. Ganz im Gegenteil. Sie hat vor laufender Kamera von einer Schulstunde berichtet, in der das N-Wort auf einem Arbeitsblatt vorgekommen war. Baerbock war darüber entrüstet, und um den Fall authentisch wiedergeben zu können, musste sie eben das N-Wort in den Mund nehmen. Was zu einem Shitstorm führte, auf den sie auf Twitter präventiv reagiert hat.
Man würde gerne Mitleid verspüren. Aber das ist richtig, richtig schwer. Denn Annalena Baerbock gehört zu der Gilde junger linksgrüner Stimmen, die dafür gesorgt hat, dass man bestimmte Wörter nicht einmal für eine antirassistische Aussage verwenden darf. Sie hat zusammen mit anderen eine ganze Wagenladung von Unwörtern definiert, die inzwischen im grossen Stil aus Kinderbüchern getilgt werden. Man weiss ja, dass Kinder, die Kasperli hören und Pippi Langstrumpf lesen, danach umgehend in die gewaltbereite Neonazi-Szene wechseln.
Zum rein dokumentarischen Zweck hat Baerbock nun eines dieser Wörter selbst verwendet – und kommt deshalb unter die Räder. Sie hat gewissermassen von der bitteren Medizin gekostet, die sie selbst allen anderen verordnen will. Sie kann erklären, was sie will, Fakt ist: Sie hat das N-Wort gesagt!
Fehlt nur noch der «Dubler»
Das passiert eben, wenn man am Laufband Tabus für andere Leute produziert. Früher oder später läuft man selbst in die Falle. Wie soll man denn bitte sagen, dass man das N-Wort nicht verwenden darf, ohne das N-Wort zu benutzen? Das wäre selbst für sprachlich beschlagene Zeitgenossen schwierig. Für eine Politikerin, die 90 Prozent ihrer Zeit damit zubringt, anderen abzuschreiben, ist es noch viel härter.
Endgültig erledigt wäre die Kanzlerkandidatin spätestens, wenn ein Bild auftaucht, auf dem sie einen Mohrenkopf vom Schweizer Hersteller Dubler isst – demjenigen, bei dem der Mohrenkopf immer noch so heisst. Man sollte ihr vielleicht mal einen schicken. Denn bei Schokolade mit Schaumfüllung verlieren sogar Heilige ihre Hemmungen.

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