Coronahilfe: Armeekritische Kantone rufen als erste nach dem Militär

Coronahilfe: Armeekritische Kantone rufen als erste nach dem Militär

Die Mutante «Omrikon» verunsichert die Kantone. Den Jura so stark, dass er nach der Armee ruft. Ausgerechnet.

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von Serkan Abrecht am 2.12.2021, 12:30 Uhr
Im Einsatz bei den Linken: Ein Soldat hilft in Basel-Stadt bei der Pandemie im Frühjahr 2020. Bild: Keystone-SDA
Im Einsatz bei den Linken: Ein Soldat hilft in Basel-Stadt bei der Pandemie im Frühjahr 2020. Bild: Keystone-SDA
Die Mutante «Omikron» macht die Regierung nervös. Zu viel sei noch unbekannt über Omikron. Und wenn der Bundesrat in Panik gerät, dann tun dies auch die Journalisten, dann tun dies die Kantone. Ein Westschweizer Journalist fragte an der vergangenen Pressekonferenz, ob nun die Armee wieder ausrücken müsse? Man überprüfe dies, antworte Bundespräsident Guy Parmelin (SVP).
Wer denn überhaupt Hilfe benötige, wollte der «Nebelspalter» wissen. Parmelin: «Der Kanton Jura».

Der Jura braucht Hilfe von der Armee. Guy Parmelin (SVP) auf die Frage des «Nebelspalters».

Ausgerechnet. Der Jura, einer der Kantone, der sich bei Volksabstimmungen stets gegen die Armee ausspricht, will als erster Hilfe. Die jurassische Regierung kann ihr Impfzentrum nicht ohne Hilfe von Soldaten betreiben. Dies geht aus dem Hilfsgesuch hervor. Unklar ist, ob der Jura tatsächlich Mittel wie den Zivilschutz ausgeschöpft hat oder aus Bequemlichkeit oder Budgetgründen nach der Armee ruft.

Die militanten Armeegegner-Kantone wie Basel-Stadt, Genf oder Jura sollten politisch konsequent sein und auf deren Hilfe verzichten.


Wer schon einmal im jurassischen Bure Dienst geleistet hat, weiss wie ungern Soldaten dort oder in Delsberg und Pruntrut gesehen werden. Politisch gibt man der Armee gerne Schelte, jetzt ruft man als erste um Hilfe. So war es auch während der ersten Welle.
Auch das tiefrote Basel war einer der ersten Kantone, der die Armee um Hilfe bat. Gleich nach Basel folgte das linke Genf. Und die liessen sich nicht lumpen. Sie wollten das Komplettpaket. Grenzschutz, Botschaftsbewachung, Hilfe in der Spitallogistik und Sanitätsdoldaten brauchte man. Genf bekam alles – und watschte die Armee wenige Wochen später beim Kampfjet-Referendum ab.
Das Verhalten dieser Kantone ist zynisch. Man bittet diejenigen um Hilfe, die man voller Inbrunst verachtet. Der Bundesrat hat aber dazugelernt. Er hat die Richtlinien bei den Armee-Coronahilfen nach dem ersten Einsatz verschärft. Man macht nicht mehr bei jedem kantonalen Wehwehchen Soldaten mobil. Richtig so. Vor allem sollten die militanten Armeegegner-Kantone wie Basel-Stadt, Genf oder Jura politisch konsequent sein und auf deren Hilfe verzichten.

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Serkan Abrecht31.12.2021comments

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