CO2-Sanktionen verdünnen das Angebot

CO2-Sanktionen verdünnen das Angebot

Die europaweiten CO2-Sanktionen zwingen insbesondere auch die Hersteller von Elitefahrzeugen zur motorischen Zurückhaltung. Jaguar gelingt dies ganz gut, ohne den Kunden eine ebensolche zumuten zu müssen.

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von Jürg Wick am 13.10.2021, 12:00 Uhr
Toller Elektriker: I-Pace.
Toller Elektriker: I-Pace.
Jaguar-Interessenten stellen erstaunt fest; das Programm startet jetzt mit einem
1,5-Liter-Dreizylinder und Handschalter finden sich keine mehr. Erstaunlich, was die Briten innert kürzester Zeit um neu gegossene Motorblöcke und Zylinderköpfe fertig gebracht haben. Die Transformation über die Sanktionen kostet die Branche Milliarden. Jaguar entschied sich rasch, den Paradigmenwechsel auch mit einem rein elektrischen Auto anzugehen und folgerichtig einen SUV mit Elektroantrieb zu lancieren.
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Ein überzeugendes Statement unter den SUV: F-Pace.
Elektrisches SUV-I Pace
Ein erstes Konzeptfahrzeug wurde auf der LA Auto Show im November 2016 vorgestellt.
Die Premiere des Jaguar I-Pace erfolgte am 1. März 2018 in Graz. Dort wird der I-Pace ab Mitte 2018 beim Auftragsfertiger Magna Steyr auf einer Montagelinie mit dem Jaguar E-Pace produziert. Die Publikumspremiere fand 2018 auf dem Genfer Auto-Salon statt, wie 57 Jahre zuvor der legendäre E-Type und wie dieser ist der I-Pace EV über sein neuartiges Styling bereits zur Ikone gereift. Es ist ein 4,68 m langes SUV, geht also noch knapp als kompakt durch, und bietet mit 400 PS, generiert aus je einem permanent erregten Elektromotor vorne und hinten (AWD), schafft mit geschossartigem Vortrieb echt sportwagenmässige Fahrleistungen (0-100 km/h in 4,8 Sekunden) und pro Vollladung rund 470 Kilometer elektrische Reichweite (nach WLTP). Das Raumangebot ist auch im Fond grosszügig und im Laderaum überdurchschnittlich. Bereits 2019 war der I-Pace die drittmeistverkaufte Baureihe von Jaguar, und 2020 die zweitmeisverkaufte.
Zuvorderst bei der Beliebtheit steht der E-Pace, das noch kompaktere SUV (4,4 m lang), welches auch als Jaguar-Einstiegsmodell gilt, unter 50 000 Franken erhältlich ist, und mit Vorderradantrieb sowie dem 3-Zylindermotor mit 160 PS startet. Gegen Aufgeld gibt es Allradantrieb und 200 PS. Was übrigens bestens, weil traktionsstark. drehfreudig, laufruhig aber mit Sound funktioniert. Ein technisches Kleinod.
Die Nummer Drei in der Jaguar Beliebtheitsskala nennt sich F-Pace, ist 4,75 m lang, startet ausschliesslich als 4x4 ab 200 PS, oder als Turbodiesel ab 163 PS und gilt als Raumfahrzeug.
Sowie als Power-Institution unter den SUV mit 550 PS in der SVR-Variante mit 5-Liter-V8-Motor.
F-Pace P400 PHEV
Jüngstes Modell in der F-Pace-Linie ist die Plug-in-Hybrid-Variante. Ein Zweiliter-Vierzylinder ist hier mit einem Elektromotor kombiniert, der 143 PS leistet, was zu einer Systemleistung von 404 PS und einem maximalen Drehmoment von überwältigenden 640 Nm führt. Der Plug-in-Hybrid lässt sich rund 50 Kilometer rein elektrisch fahren. Pendler mit einer Strecke bis etwa 20 Kilometer kursieren unter der Woche rein elektrisch, sofern sie zu Hause Strom bunkern können. Über das Wochenende kommt mit längeren Ausflügen ein Benzinverbrauch von 5 bis 8 Liter heraus, vielleicht auch weniger, sofern man während einem Lunch unterwegs Strom zapfen kann. Investition, Wachdstum! Viele Restaurationsbetriebe installieren Ladestationen.
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Seriöse britische Alternative in der Businessclass: Jaguar XF auch als Sportbreak.
F-Type, XE und XF
Ja, und was ist mit den sportlichen Limousinen und den veritablen Sportwagen von Jaguar?
Deren so genannte DNA haben sie mit ihrer Kernkompetenz überzeugend auf die SUV-Modelle übertragen, halten jedoch an der Tradition fest, auch wenn die Nachfrage lauer wird. Mit dem F-Type Roadster kann man weiterhin offen in den Sonnenuntergang cruisen oder auch im F-Type Coupé Pässe dynamisch erobern. Mit dem nachgeschobenen und preisgünstigen F-Type 300, den es als einzigen Jaguar weiterhin ausschliesslich mit Heckantrieb gibt und im aktuellen Strassenregime vermutlich mehr Fahrspass offeriert, als ein Brutalo-V12. Oder wie wärs mit der XE-Limousine stilvoll den Unterschied zu anderen Edelmarken in der Tiefgarage auszumachen? Oder mit dem grösseren XF als Limousine oder Break Geschäftstermine mit einem Aha-Effekt zu gestalten?
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Das Erbe des legendären E-Type; Sportwagen und Roadster F-Type.

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