Asylwesen: So gehen gewaltbereite «Unterstützer» vor

Asylwesen: So gehen gewaltbereite «Unterstützer» vor

Sachbeschädigungen, Drohungen, Anschläge: Linksradikale Kreise greifen zu immer drastischeren Mitteln, um gegen die Verhältnisse in Asylheimen zu protestieren. Ein Asylinsider wagt einen schonungslosen Blick auf die Probleme mit radikalen Gruppierungen.

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von Alex Reichmuth am 18.6.2021, 07:00 Uhr
Das Bundesasylzentrum Bässlergut in Basel ist unter Beschuss von linksextremen Kreisen. Bild: Shutterstock
Das Bundesasylzentrum Bässlergut in Basel ist unter Beschuss von linksextremen Kreisen. Bild: Shutterstock
Was ist nur los im Asylwesen? Seit einiger Zeit häufen sich Anschläge auf Unterkünfte und Drohungen gegenüber dem Personal. Wie Bekennerschreiben im Internet zeigen, stecken linksradikale Kreise hinter den Gewalttaten. Sie wollen mit ihren Taten auf die angebliche Misshandlung von Asylbewerbern aufmerksam machen.
Das Staatssekretariat für Migration (SEM), das beim Bund für das Asylwesen zuständig ist, machte die kriminellen Handlungen im April in einem Communiqué öffentlich. «In den letzten beiden Jahren haben gewalttätige Aktionen gegen Einrichtungen des SEM zugenommen», hiess es darin. Es sei zu Sachschäden von mehreren Millionen Franken gekommen. Auch würden Mitarbeitende vom SEM und von Partnerorganisationen zunehmend von anonymen Kreisen bedroht.
Der bisher krasseste Fall von Gewalt ereignete sich in Basel. Dort stellten linke Kreise Fotos, E-Mail-Adressen und Handynummern mehrerer Mitarbeiter des Bundesasylzentrums Bässlergut ins Internet. Eine SEM-Mitarbeiterin erhielt darauf Hunderte von Drohungen. Unbekannte zerstörten Autos der Mitarbeitenden. Sie verstümmelten zudem die Katze der SEM-Mitarbeiterin und schnitten die Bremskabel ihres Fahrzeugs durch. Menschen wurden zum Glück keine verletzt.

Asylzentrum unter Wasser gesetzt

Auf der anonymen, linksextremen Website «Barrikade.info» wurden die kriminellen Aktionen damit gerechtfertigt, dass im Zentrum Bässlergut Asylsuchende regelmässig Zwang und Gewalt ausgesetzt seien. Entsprechende Vorfälle gegenüber Asylbewerbern konnten aber trotz Untersuchungen nicht belegt werden. Trotzdem sehen sich die linken Kreise im Recht, um gegen «gewalttätige Mitarbeitende» vorzugehen.
Im Kanton Bern setzten Unbekannte das vorübergehend stillgelegte Bundesasylzentrum Lyss-Kappelen unter Wasser. Das Resultat war ein Schaden von 800’000 Franken. Die Verantwortlichen schilderten anschliessend auf «Barrikade.info», wie sie den Zaun um das Gebäude aufgeschnitten und ein Kellerfenster kaputt gemacht hatten. «Im Gebäude haben wir auf allen Etagen die Feuerwehrschläuche ausgerollt und aufgedreht et voilà.» Auch das Bundesasylzentrum im freiburgischen Giffers wurde unter Wasser gesetzt.

Im Kanton Bern setzten Unbekannte das Bundesasylzentrum Lyss-Kappelen unter Wasser. Das Resultat war ein Schaden von 800’000 Franken.


Im letzten Mai beschmierten Aktivisten das Gebäude des Berner Amts für Bevölkerungsdienste mit schwarzer Farbe und sprayten den Schriftzug «Kein Mensch ist illegal» an die Fassade. Es gab zudem Drohungen gegenüber dem Personal der Sicherheitsdirektion. Der Berner Sicherheitsdirektor Philippe Müller und seine Tochter brauchten schon letztes Jahr tagelang Polizeischutz.
Wie ist die Gewaltwelle gegen Einrichtungen und Mitarbeitende zu erklären? Der «Nebelspalter» konnte mit einem profunden Kenner des Asylwesens sprechen. Er hat als Mitarbeiter jahrelange Erfahrung, möchte aber unerkannt bleiben.

Alle sind miteinander verhängt

Im Asylwesen herrsche ein dichter Filz, sagt dieser Insider. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Flüchtlingsunterkünften hätten persönliche Verbindungen zu linksradikalen Kreisen und extremen politischen Gruppierungen. Oft seien sie in ihrer Freizeit gar selber als «Aktivisten» unterwegs. Asylangestellte, politische Aktivisten, kirchliche Kreise – alle seien miteinander verhängt. «Solche Verflechtungen sind problematisch, denn so gelangen immer wieder schützenswerte Daten nach draussen.» Er schliesst nicht aus, dass beim Basler Fall Involvierte des Asylzentrums die Handy- und E-Mail-Daten ihrer Kollegen an linke Kreise herausgegeben hätten.
Oft arbeite ungeeignetes Personal in Asylzentren, sagt der Insider weiter. «Viele Mitarbeitende haben Charakterschwächen und persönliche Probleme. Es gibt gehäuft Leute mit Schulden oder Vorstrafen.» Im Asylwesen könne aber jeder in relativ kurzer Zeit eine einflussreiche Stellung erreichen. Viele begegneten den Asylsuchenden nicht auf Augenhöhe und würden sie wie Kinder behandeln. Zudem hätten viele Mitarbeitende und Aktivisten naive Ideen und weltfremde Vorstellungen, was Migrationsprobleme angeht. Sie erklärten etwa jedes Fehlverhalten von Asylsuchenden mit angeblichen Traumatisierungen.

«Viele Mitarbeitende haben Charakterschwächen und persönliche Probleme. Es gibt gehäuft Leute mit Schulden oder Vorstrafen.»

Asyl-Insider

Unter den Asylbewerbern wiederum, sagt der Insider weiter, gebe es viele, die sehr mühsam sind. «Ein erheblicher Anteil von ihnen sind schwierig und fallen durch dauernde Provokationen oder sogar Tätlichkeiten gegenüber dem Personal auf – vor allem solche mit nordafrikanischem Hintergrund.» Irgendwann reagierten Mitarbeitende dann auf eine Art auf die Provokationen, die nicht in Ordnung sei. «Ich kann verstehen, dass einem da die Hand ausrutscht, auch wenn das in keinem Fall akzeptabel ist.» Das biete linken Kreisen wieder Anlass, angeblich systematische Gewalt gegen Asylbewerber anzuprangern.

Journalisten sind oft selber Aktivisten

Ein Problem sieht dieser Kenner des Asylwesens auch bei den Medien. Viele Journalisten seien weltanschaulich in der gleichen Spur wie linksautonome Kreise oder sogar selber als Aktivisten unterwegs. «Solche Journalisten übernehmen die Positionen und Behauptungen der Linken eins-zu-eins und skandalisieren die Zustände in Asylzentren.» Das ermutige Chaoten wiederum zu Gewalttaten. Rechtswidriges Verhalten werde medial zu Heldentaten verklärt, wie beispielsweise die Beihilfe zu illegalem Aufenthalt.
«Es braucht mehr Ehrlichkeit im Asyldiskurs», sagt der Insider. Die Gesellschaft müsse die Schwierigkeiten im Asylwesen offen diskutieren. Nur so könne man verhindern, dass lautstarke und gewaltbereite linke Kreise den Ton in dieser Auseinandersetzung angeben würden.

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