Feiern im Zug

Ralph Weibel | veröffentlicht am 09.12.2020

Angesichts des Gejammers könnte man meinen, die Rettung des Weihnachtsfestes sei das höchste aller Ziele in der Pandemie.

Feiern im Zug
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Unsere Nachbarn in Deutschland und Österreich reden unablässig darüber, wie Festtage trotz allem stattfinden könnten. Dabei fällt vielen Menschen ein Stein vom Herzen, wenn sie daran denken, die Schwiegereltern in diesem Jahr nicht einladen zu müssen. Kein Streit mit der Schwägerin über Erziehungsfragen und die Grossmutter kann ihren krähenartigen Gesangsversuche im isolierten Zimmer im Altersheim freien Lauf lassen. Womit eine Lanze gebrochen wäre für alle jene, denen Weihnachten so egal ist wie das Amen in der Kirche.

Doch was ist mit den anderen, die ohne Weih rauchen und Fondue Chinoise keinen Sinn in Weihnachten sehen? Die müssen eine andere Lösung finden, damit sie ihre Grossfamilie trotzdem zusammentrommeln können. Eine Möglichkeit besteht dafür im Zug. Dort dürfen sich noch mehr Menschen treffen als die zehn im Familienkreis und die 50 an öffentlichen Veranstaltungen. Verabreden Sie sich mit Ihren Liebsten im Intercity St.Gallen – Genf. Jeder bringt eine Flasche Wein mit, ein Mini-Fondue-Set und einer eine fertig geschmückte Tanne. Geniessen Sie die Fahrt, den Rausch können Sie auf der Rückreise ausschlafen.

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