En Guätä

Ralph Weibel | veröffentlicht am 18.11.2020

Sitze mit Freunden vor einer Schlachtplatte. Bevor uns der Restaurantbesuch ganz verlockdownt wird, haben wir beschlossen, ins lokale Gewerbe zu investieren.

En Guätä
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Ist nur ein Tropfen auf den heissen, aber besser als nichts, Stein. Vor uns türmt sich die Dekadenz der Wohlstandsgesellschaft in Form von Rippli, Speck und wabbelndem Schnörrli. Thematisch setzen sich für einmal die bevorstehenden Abstimmungen zu Konzernverantwortung und Kriegsmaterialproduktion gegen Corona und Trump durch. Ich erzähle, wie sich in meiner Mailbox Schreiben häufen, die für ein Ja werben. Absender ist nicht etwa die politische Linke, sondern Freunde und Bekannte aus meinem Fussballverein oder Grill-WhatsApp-Gruppen.

Überlegungen zu sicheren Arbeitsplätzen für Kinder und dem Feigenblatt, die Investition in Splittergranaten und Giftgas seien schon verboten und unsere Sozialwerke abhängig von den Gewinnen, wägen wir gegen einen Bericht unseres Sparschweines ab. Die Schweizerische Nationalbank erreicht wohl dieses Jahr noch den Vermögens-Rekord von 1000 Milliarden Franken. Bevor wir herzhaft in die Blutwurst stechen, fasst eine Freundin das Ganze treffend zusammen: «Das man darüber überhaupt noch diskutieren muss!» En Guätä!

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