1. August

Ralph Weibel | veröffentlicht am 29.07.2020

Für viele Lokalpolitiker hat das Coronavirus einen positiven Nebeneffekt: Die 1. Augustfeiern sind an den meisten Orten abgesagt worden.

1. August
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Damit entfällt die Bürde, vor eine Horde cervelatfressender Patrioten in roten T-Shirts, bewaffnet mit Lampions und Schweizerkrachern zu treten und eine Rede zu halten, die den meisten zu langweilig ist und nur vom eigentlichen Sinn der Veranstaltung abhält, unter den Sonnenschirmen der lokalen Brauerei das hektoliterweise in sich hinein zu schütten, was auf dem Schattenspender beworben wird. Damit Sie nicht ganz auf eine Rede zum Nationalfeiertag verzichten müssen, hier eine Kürzestrede für alle Fälle:

Liebe Eidgenossinnen und Eidgenossen, wir leben in besonderen Zeiten. Und gerade in speziellen Zeiten braucht es Solidarität. Lasst uns zusammenstehen, wie es die wackeren Werner Stauffacher, Walter Fürst und Arnold von Melchtal auf dem Rütli taten und damit den Grundstein für Sackmesser, löchrigen Käse, Heidi und den Schellen-Ursli legten. Ohne Solidarität hätte es das alles nie gegeben. Deshalb wollen wir dankbar sein daran denken, dass gerade jetzt, in diesen besonderen Zeiten, Solidarität wichtig ist.

Übrigens: Diese Reden können Sie auch in einem Jahr brauchen. Es sind immer besondere Zeiten.

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