Pannenhilfe

Ralph Weibel | veröffentlicht am 22.07.2020

Wenn Poser mit ihren aufgemotzten Vehikeln am See entlangbrettern, die Dezibelgrenz­werte locker geknackt werden und sich fast taube Pensionäre vor Schreck die Hörgeräte zuhalten, stellt sich die Frage: Was soll das?

Pannenhilfe
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Natürlich stellen sich diese Frage nur Menschen, die mit ihren Familienkutschen möglichst emissionsarm durch die Ferien kurven. Kurz vor Chur verwandelt sich mein ansonsten harmloses Gefährt auf der A13 in ein brüllendes Ungeheuer. Ungelegen an einem Sonntagmorgen, wenn weit und breit keine Hilfe in Sicht ist.

Nach dem ersten Schrecken muss ich sagen, irgendwie hört und fühlt sich das viel zu laute Brüllen eines harmlosen 1,4-Liter-Motors schon geil an. Für kurze Zeit kommt so etwas wie Verständnis für die Poser auf. Doch dann blinke ich ab auf einen Rastplatz. Und da steht er zufällig! Der gelbe Engel namens TCS. Die ersten Sonnenstrahlen genies­send, in der Erwartung eines ereignisreichen Pannentages im Ferienverkehr, zaubert mein brummender Auspuff kein Lächeln, sondern Stirnfalten auf das Gesicht des Mannes in leuchtstiftgelb. Dennoch legt er sich unter mein Auto und mit ein paar Handgriffen wird das Problem provisorisch und günstig gelöst und bringt mir die Erkenntnis, dass Engel nicht zwingend lächeln müssen.

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