Mokkabraun

Ralph Weibel | veröffentlicht am 01.07.2020

Mitten während der mehr oder minder intelligent geführten Diskussion um Pigmentierungsgrade unserer Haut fallen die ersten heissen Sommertage über uns her.

Mokkabraun
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Jahr für Jahr damit verbunden ist die Frage, wie kurz Hosen und Röcke sein dürfen, insbesondere während der Arbeit. In jüngerer Vergangenheit soll der Trend ja hin zur Schneewittchen-Haut gehen. Die Rede ist von edler Blässe. Aber sind wir ehrlich, was uns auf der Arbeit präsentiert wird ist, zumindest am Anfang des Sommers, eher gewöhnungsbedürftig. Käsiges Beinwerk, welches aus unmoralisch kurzen Hosen oder Röcken ragt und deren Abschluss in offenen Schuhen endet. Wem diese Vorstellung noch nicht gruselig genug ist, stelle sich einen spröden, luftgetrockneten Fuss in geschmacksentgleisten Flipflops vor. Männer garnieren das Ganze noch mit Behaarung, die keinen Zweifel darüber offen lassen, dass der Mensch vom Affen abstammen muss.

Eigentlich könnte uns das egal sein, aber irgendwie ist es wie mit dem schlimmen Verkehrsunfall. Man will nicht, schaut aber doch hin. Spätestens jetzt steigt der Wunsch auf ein beständiges metrologisches Hoch in einem auf. Wenn sich das Schaulaufen der nackten Beine schon nicht verhindern lässt, dann doch bitte in mokkabraun.

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