Vogelhäuschen

Ralph Weibel | veröffentlicht am 10.06.2020

Soll man, oder soll man nicht? Richtet man eine Katastrophe an oder vermeidet man eine Tragödie?

Vogelhäuschen
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Rettet man Leben oder greift man in die harte Selektion der Natur ein? Keine Angst, nach zwölf Wochen mit dem monothematischen Corona geht es hier um etwas Anderes. Den Entschluss, der Vogelwelt unter die Arme zu greifen, oder passender unter die Flügel. Für einmal wurde das im Winter mit Futter betriebene Vogelhäuschen auf der Terrasse nicht weggeräumt. Mag sein, dieser Entschluss hing mit dem Lockdown zusammen. Immerhin ist das Beobachten von Amsel, Drossel, Fink und Star – ehrlicherweise sind es nur Amsel, Meise und Spatz – mindestens so spannend wie das Programm im Fernsehen.

Natürlich überlässt man in heutigen Zeiten nichts dem Zufall und ich erstellte als erstes ein Schutzkonzept. Respektive, ich informierte mich darüber, ob es sinnvoll ist, Vögel auch über den Sommer zu füttern. Und Sie werden es kaum glauben, die Meinungen der Fachleute im weltweiten Netzwerk reichen von unbedingt über bedingt bis hin zu in keinem Fall. In jedem Fall findet die Gegenseite immer, man schiesse mit seinem Handeln den Vogel ab. Mit anderen Worten, es herrscht Uneinigkeit. Irgendwie fühl ich mich jetzt doch wieder an Covid-19 erinnert.

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