Ist das normal?

Ralph Weibel | veröffentlicht am 03.06.2020

Als der Lockdown noch einer war, war das Leben irgendwie einfacher.

Ist das normal?
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Ohne Verständnis dafür aufzubringen, wusste man wenigstens, woran man war, respektive, was man noch durfte, nämlich nichts. Jeder Lockerungsschritt des zunehmend widersprüchlichen Bundesrates lockert uns nicht, sondern lässt uns erst recht verkrampfen. Zwar strahlte Simonetta Sommaruga übers ganze Gesicht, als sie von einer zunehmenden Normalität sprach, allerdings mit dem Zusatz «neue». Währenddessen fragt sich der staatstreue Bürger, wie sein neu normalisiertes Leben ausschauen wird. Denn das «neue» steht für nichts anderes als Schutzkonzept. Folgerichtig müsste es also heissen: «Willkommen in der schutzkonzepteten Welt!»

Darin sind so viele Regeln enthalten, dass ich den Durchblick verloren habe. Wenn ich im Ausgang an einen Tisch mit vier Leuten sitze, müssen wir (Pflicht!) uns registrieren. Was aber, wenn ich nach einem Bier zu meinen vier Bekannten am Nachbartisch wechsle? Oder darf man das überhaupt nicht? Weshalb darf ich ins Puff, aber es gilt weiterhin ein «Verbot von Sportwettkämpfen mit engem Körperkontakt»? Wieso darf ich campieren, aber erst in der Woche nach Pfingsten. Ich brauche bald einen Betreuer, der mit mir durchs Leben geht und kontrolliert, dass ich keine Fehler mache. Ist das noch normal?

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