Mad Max

Ralph Weibel | veröffentlicht am 24.04.2020

Als Kind hätte ich mich wahrscheinlich über die Coronakrise gefreut.

Mad Max
Nebelspalter | (Nebelspalter)

«Wir bleiben zu Hause und sehen fern», gab es damals noch nicht. Fernsehen war des Teufels und diente bestenfalls dazu, einen verregneten Sonntagnachmittag nicht mit spazieren zu verbringen, sondern mit dem verfolgen von Rennboliden, die im Kreis fuhren. Grösser war das Angebot im Gegensatz zu heute nicht. Da flimmert ständig so viel über die verschiedensten Kanäle, dass man total den Überblick verliert. Ich bin deshalb froh, schickt mir eine gewisse Wilmaa Mails unter dem Titel: «Das darfst Du nicht verpassen!»

Etwas irritiert bin ich allerdings über den Inhalt, der mir «für gemütliche Stunden zu Hause» empfohlen wird. In einem Trailer schleudern in Brand geratene Autos, auf denen zerlumpte Menschen Schwerter und andere Mordinstrumente schwingen: «Mad Max: Fury Road». Ist das heute der Inbegriff für einen gemütlichen Filmabend? Schlage den Film meiner Frau vor, deren Blick unmissverständlich verrät, dass Frauen und Männer eine andere Vorstellung von Gemütlichkeit haben. Dennoch lässt sich die Situation retten. Etwas weiter unter wird Pipi Langstrumpf vorgeschlagen. Endlich, habe ich nie gesehen, weil wir sonntags spazieren gingen, oder Formel-1 sahen.

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