Systemrelevant

Ralph Weibel | veröffentlicht am 15.04.2020

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber spotten, welche Berufsgattungen sich in der Coronakrise als systemrelevant herauskristallisierten und welche nicht.

Systemrelevant
Nebelspalter | (Nebelspalter)

So richtig lustig wird es dann, wenn man dazu noch die Löhne vergleicht. Nein, pardon, es ist nicht lustig, es ist viel mehr himmelschreiend. Da wirkt es nach gerade lächerlich, wenn wir zwischendurch aus unseren Quarantänebunkern hinaus auf die Balkone treten und solidarisch applaudieren, für Pflegehelfende (Mindestlohn/Monat Fr. 3955.–), Fachfrauen und -Männer Gesundheit (4389.–) und Pflegefachleute (5600.–), ganz zu schweigen von Spitalreinigenden (3640.–). Sind wie Fahrende für Paketdienste (3667.–), Lastwagenfahrende (4785.–), Verkaufspersonal Migros (4200.–) und Müllmänner (4000.–) übrigens alle systemrelevant.

Nicht dazu gehören die zehn bestverdienenden Berufe. Ein CEO in der Banken- oder Versicherungsbranche verdient rund Fr. 40'000 pro Monat, ohne die Millionenexzesse nach oben. Irre, die Spitze der Irrelevanz. Im 5-stelligen Bereich sind weiter IT-Leiter, Unternehmens- und Vermögensberater. Alles Berufe, die nicht systemrelevant sind. Nachdem wir auf unseren Balkonen applaudiert haben, sollten wir darüber mal nachdenken. Zeit hätten wir momentan genug.

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