Hörnli-Salat

Ralph Weibel | veröffentlicht am 18.03.2020

Noch sind wir wohl nicht am Höhe-, oder je nach Sichtweise, Tiefpunkt der Corona-Krise. Dennoch besteht die Hoffnung, diese bis zum Sommer im Griff, oder zumindest überlebt zu haben.

Hörnli-Salat
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Wir werden uns daran gewöhnen, Leuten unseren vollgehusteten Ellenbogen zum Gruss hinzustrecken. Nach den ungezählten, guten Ratschlägen werden wir es schaffen, in unserem Homeoffice eine Mail zu beantworten und der Keller wird als Aufenthaltsort für die unbeschulten Kinder längst an Schrecken verloren haben. Als sportlichen Höhepunkt der Woche werden wir Fussball oder dergleichen vergessen haben und uns als Ersatz auf den Samschtig-Jass freuen.

Doch was erwartet uns kulinarisch? Angesichts der leergefegten Gestelle bei den Grossverteilern ist Schlimmes zu befürchten, zumindest für Menschen, die keinen Hörnli-Salat mögen, oder noch schlimmer, die, wie der Schreibende, tiefe Abscheu für kalte Teigwaren, in welcher formalen Spielart auch immer, an einer Salat-Sauce empfinden. Aber nach den Hamsterkäufen und der monatelangen sozialen Isolation ist es absehbar, wie jede Einladung zu einer Gartenparty mit der Frage quittiert wird: «Soll ich einen Hörnli-Salat mitbringen?» Und wir hatten noch gedacht, schlimmer könnte es nicht mehr werden.

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