Panik

Ralph Weibel | veröffentlicht am 04.03.2020

Was glauben Sie passiert, wenn ein Fuchs in einem Hühnerstall umhergeht und mit beruhigender Stimme sagt: «Keine Panik, es ist alles halb so schlimm.

Panik
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Wir haben alles unter Kontrolle»? Glauben Sie, die aufgescheuchten Hühner werden sich wieder auf ihre Eier setzen und locker, entspannt der Dinge harren, die da kommen mögen? Oder tendieren Sie eher zu Antwort zwei: «Egal wie seriös der Fuchs auftreten mag, es wird ein wildes Durcheinander geben, bis hin zur Panik.» Oder wie es aktuell heissen muss, zur Pandemie.

Ersetzen Sie Hühner mit Bevölkerung und den Fuchs mit Bundesamt für Gesundheit oder von mir aus mit Informationsmedium. Da schickt sich ein kleines Virus an, die Welt zu erobern und alle drehen am Rad. Richtig viel schlimmer als die jährliche Grippe soll das Coronavirus nicht sein und es ist nicht zu erwarten, dass massenweise Menschen dahingerafft werden. Das hindert uns nicht daran, den Engadiner Skimarathon zu streichen, Fussballspiele auszusetzen, Konzerte und die Fastnacht (an sich kein Verlust) abzusagen. Dazu Sondersendungen im Fernsehen, Diskussionsrunden usw. Meine Hauszeitung hat in der letzten Samstagsausgabe sage und schreibe 14 Seiten dem Thema gewidmet. Darunter auch ein Kommentar, man soll nicht panisch werden. Wie blöd ist das denn?

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