BeHämmert

Ralph Weibel | veröffentlicht am 26.02.2020

Irgendwie muss man sich als Schweizer Banker schon doof vorkommen. Da werden Chefposten nach und nach mit Vollpfosten aus dem Ausland besetzt, weil man sich davon mehr Erfolg verspricht und die eigenen Banker offenbar unfähig sind.

BeHämmert
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Die UBS ist auf der Suche nach einem Nachfolger für Sergio Ermotti in Holland fündig geworden. Dort kann wenigstens niemand behaupten, der Weitblick sei wie in der Schweiz durch die Bergwelt eingeschränkt. Und dann dieser Name «Hamers», was übersetzt «Hämmer» heisst. Wenn das keinen Eindruck macht. Ein Hammer steht doch für ehrliche Arbeit. Und da passt das Profil vom neuen Chef des weltweit grössten Vermögensverwalters hervorragend. Als Wunderwuzzi der digitalen Vorwärtsstrategie verlässt er seinen alten Arbeitgeber ING just in dem Moment, als sich die von ihm lancierte digitale Transformation als riskanter und schwieriger gestaltet und es Kritik hagelt.

 Wenigstens hat Hamers Erfahrungen mit Bussen (775 Mio. Euro). Laut niederländischer Staatsanwaltschaft hatte sich die ING schwerste Mängel zu Schulden kommen lassen, unter anderem hinsichtlich Geldwäscherei. Die damalige Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft enthielt beissende Kritik an der Bank, die 2008 vom Staat gerettet werden musste. Das passt doch wie Arsch auf Eimer.

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