Schwindel

Ralph Weibel | veröffentlicht am 15.01.2020

Ist Ihnen auch so schwindelig, nachdem Sie in der vergangenen Woche den Wirtschaftsteil ihrer Zeitung gelesen haben?

Schwindel
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Die Nationalbank konnte Schlimmeres verhindern und muss dank der Abwertung des japanischen Yens und des US-Dollars in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres keinen Rekordgewinn ausweisen. Glück gehabt, wird einem erklärt, statt 60 sind es nur knapp 50 Milliarden Franken geworden. Immerhin fliesst davon ein Teil zurück an die Kantone. Dank einer Sonderausschüttung sollen es nicht nur 2 sondern 3 Milliarden sein. Wie geil ist das denn?

Da klatschen die 675'000 Armutsbetroffenen der Schweizer Bevölkerung (8,2%) vor Freude in die Hände. Unser adipöses Nationalbank-Sparschwein bleibt mit über 850'000 Millionen Franken gut gefüllt. Wenn man dann noch bedenkt, dass die 300 reichsten Schweizer ein Vermögen von 700'000 Millionen auf sich vereinen, erscheinen die 10 Milliarden die der AHV fehlen doch sehr übersichtlich. Nach Verrechnung des Jahresergebnisses der SNB betrüge der Saldo der ausschüttbaren Gewinne übrigens 88 Milliarden. Was der schwindelerregende Zahlensalat miteinander zu tun hat? Für einen Nicht-Ökonomen nichts! Es bleibt aber das Gefühl, dass in der Verteilung irgendetwas schiefläuft.

Weitere Artikel

loader