Negativzinsen

Ralph Weibel | veröffentlicht am 25.09.2019

Als ob die Welt nicht schon verwirrend genug wäre, jetzt wird unser letzter Glaube an die kapitalistische Ökonomie auch noch durch Negativzinsen zerstört.

Negativzinsen
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Das kann man sich so vorstellen: Wir, also die Nationalbank, schwimmt dermassen im Geld, dass sie darin zu ertrinken droht. Logischerweise verlangt sie deshalb Geld dafür. Bei Überfluss noch mehr zu wollen ist ein natürlicher Instinkt, wie sich in vielen Lebensbereichen zeigt. Das erste, wonach ein Ertrinkender verlangt ist immer ein Glas Wasser!

Das stimmt so natürlich nicht. Aber wir handeln so. Wenn sich diese Logik fortsetzt, macht mir das richtig Angst. Wo soll das noch hinführen? Verdreht sich grad die Welt, oder ist sie das schon? Werde ich bald überfallen und dabei nicht beraubt? Zwingt mich jemand dazu, ein paar Bündel neue Hunderternoten anzunehmen? Sind die bettelnden Hände darauf ein Symbol unserer Finanzwirtschaft? Zahlt mir meine Bank zukünftig Miete für meine Wohnung?

Wir müssen eine Lösung finden! Beispielsweise könnten wir das Geld bis zum Freibetrag ohne Strafzinsen (250'000 Fr.) an die verteilen, die kein Geld haben, also mich. Damit ich nicht überfallen werden muss, gäbe ich gerne meine Kontonummer an, aber leider ist die Spalte hier schon fertig.

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