Abgebrannt

Ralph Weibel | veröffentlicht am 28.08.2019

Die Welt brennt. Oder zumindest Brasilien.

Abgebrannt
Nebelspalter | (Nebelspalter)

Der elende Regenwald muss endlich weg, damit die Regierung unter Jair Bolsonaro Bodenschätze und Land für den Anbau von Soja und Avocados gewinnt. Schliesslich will die Erste Welt mit Guacamole versorgt werden. Interessanterweise schert das bei uns niemanden. Aber wenn es einmal bei uns brennt, beispielsweise die Notre Dame, dann trifft uns das mitten ins Herz. Der kulturelle Verlust in Ehren, aber irgendwie war das absurd, wie im vergangenen April innerhalb von zwei Tagen eine Milliarde Franken gespendet wurden für den möglichen Wiederaufbau. Immerhin gibt es in Paris noch ein paar andere Sehenswürdigkeiten. Der Regenwald dagegen wird unwiederbringlich zerstört. Da bringt dann eine Milliarde auch nichts mehr.

Vielleicht sollte man das gesammelte Geld von Paris dem Bolsonaro zum Kauf des Regenwaldes anbieten. Spätestens seit Donald Trump den Dänen Grönland abkaufen wollte, scheint dieser Gedanke nicht einmal so abstrus. Doch leider ist so eine Milliarde auch nur ein Tropfen auf einen heissen Stein. In unserer globalisierten Welt geht es um noch viel mehr Geld und Macht. Doch wenn alles zerstört ist, nützt die auch niemandem mehr. Irgendwie ist das der beste Gedanke.

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