Mortal-Urlaub

Ralph Weibel | veröffentlicht am 26.06.2019

Was haben sie wieder diskutiert während der Sommersession in Bern über den Vaterschaftsurlaub? Zwei Wochen oder vier? 16 für Mutter und Vater zusammen?

Mortal-Urlaub
Nebelspalter |

Gekoppelt an die Verpflichtung, dass Papi die Windeln nicht nur kauft, sondern dem Balg oder der Bälgin genauso oft um den Hintern wickelt und das Baby stillt wie Mami? Gemeinhin überkommt einen das Gefühl, das erfreuliche Ereignis einer Geburt führe junge Eltern direkt in ein Burnout. Daraus erwächst der Anspruch auf Unterstützung. Schön und gut. Aber wenn, dann richtig. Ein sinnvoller Eltern-Urlaub müsste 16 Jahre dauern, bis die Goofen aus dem Gröbsten raus sind.

Doch wenn wir schon dabei sind: Weshalb sollten nur frischgebackene Eltern von Freitagen profitieren? Weshalb erhält man keinen bezahlten Urlaub für pflegebedürftige Eltern, die oft über Jahre betreut werden müssen? Weshalb muss man nach einem ungleich traurigeren und unvorhersehbareren Ereignis als einer Geburt, dem Verlust eines nahen Verwandten, nach wenigen Tagen – die dazu da sind, den ganzen Papierkram zu erledigen – wieder zur Arbeit? Es besteht da dringender Handlungsbedarf. Wenn die Diskussion um die Papi- und Mami-Zeit endlich abgeschlossen ist, fordere ich dringen einen Mortal-Urlaub.

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