Banking

Ralph Weibel | veröffentlicht am 05.06.2019

Fühle mich grad etwas dumm, um nicht zu sagen saudumm. Lese eine Zeitungsbeilage mit dem Titel «Zukunft Banking». Das muss man sich als Normalsterblicher mal geben.

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Nebelspalter |

Warnung: Sollten Sie diesen Text stehend im überfüllten Pendler-ÖV lesen wollen, setzen Sie sich auf den Boden, es wird Ihnen trümmlig! Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie weit sich die an sich gewinnoptimierte Finanzwelt mit der Digitalisierung aus der realen Welt verabschiedet hat, dann wurde dieser mit erwähntem Elaborat erbracht. Schon die erste Zeile schüttelt einem durch: «best-of digital movers and shakers». Sämtliche Zitate werden von der Auto-Korrektur übrigens rot unterstrichen: «#TheNextBigThing» wird mit der Unterzeile «first movers pitch» ergänzt. Sitzen Sie schon? Dann ergötzen Sie sich an Überschriften wie: «Die Zürcher Swiss Fund & Finance Platform lanciert das SWIC-Gateway». Kleine Verständnishilfe, es geht um den Brückenschlag dank einer «…Plattform auf Basis der Blockchain-Technologie eine Krypto-Welt…». Einfach gesagt, wir schaffen ein «kryptoökonomisches Umfeld», Ziel ist die Verbesserung der «Customer Experience» und der «Crowdlending-Markt wächst», zeigen Zahlen der «Swiss Marketplace Lending Association». Auch interessant die Frage: «Wieviel ist ein Crypto Token wert?» Sie können als «#Yapster» durchs «digitale Asset-Universum» mäandern. Stehen Sie jetzt wieder auf und drücken Sie den Halteknopf, es ist Zeit auszusteigen!

Begriffe wie Kässeli und Sparsäuli kommen übrigens in keinem der Artikel vor. Braucht es auch nicht mehr. Drücke meinem Götti-Bub künftig einen Fünfliber mit den Worten in die Hand, er soll diesen in ein «agiles Fintech-Startup» investieren.

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