Inseldasein

Ralph Weibel | veröffentlicht am 01.05.2019

Peter Reber hat es immer gewusst, «jede bruucht sy Insle». Wahrscheinlich würde ihm ein gewisser Robinson Crusoe davon abraten.

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Nebelspalter |

Fast auf den Tag genau feierten Reber seinen 70. Geburtstag am vergangenen Sonntag und der Roman von Daniel Defoe sein Erscheinen vor 300 Jahren. Was die beiden am meisten unterscheidet, also Reber und Robinson: Den einen gibt es wirklich, der andere ist frei erfunden. Ich erwähne das nur, weil mir kürzlich ein junger Mensch begegnete, der noch nie was von einem der meistverkauften Bücher gehört hatte und glaubte, «Cast away» mit Tom Hanks sei ein Dokumentarfilm. Wohl eine Folge dieser verblödenden Reality- und Doku-Soaps an besonnten Stränden mit bluten und balzendem Jungvolk.

Da fragt man sich manchmal schon: «Was lernen die heute bloss in der Schule?» Immerhin gehört die Geschichte von Robinson Crusoe, in allen Variationen und Übersetzungen, zu den meistgedruckten Werken auf der Welt. Angeführt wird die ewige Bestenliste von der Bibel, den Worten Mao Tse-tungs und dem Koran. Doch das sind alles alte Schinken, die auch noch eine Botschaft vermitteln wollten. Was unser wahrer Lebensinhalt ist, zeigt das aktuelle Buch mit der jährlich höchsten Auflage von 200 Millionen Exemplaren: Der IKEA-Katalog.

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