Jericho

Ralph Weibel | veröffentlicht am 30.01.2019

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Schweizer Armee ein Haufen Schizophrener ist, dann liefert sie diesen gleich selber.

Jericho
Aaron Gruber | (Nebelspalter)

Einerseits lockert der Bund die Waffenexportgesetze, damit auch in Ländern mit Bürgerkriegen Schweizer Qualitätsprodukte, und mit ihr Menschen, pulverisiert werden. Das zum Schutz von RUAG-Arbeitsplätzen und Millionengewinnen. Andererseits verlagert sie Arbeitsplätze ins Ausland. Wer, wenn nicht die Armee hat als Hauptauftrag den Heimatschutz?

Die effizienteste Waffe gegen Mauern, man erinnere sich an Jericho, wo vor 2500 Jahren Josua mit seiner Blasmusik die Befestigung der Stadt einstürzen liess, kommt nicht mehr aus der Schweiz. Thomas Knecht, Einkäufer bei der Armasuisse, pfeift auf die Thurgauer Firma Blaswerk Haag und vergibt den Auftrag für 168 neue Posaunen für das Armeespiel an eine amerikanisch-französische Firma. Gehts eigentlich noch?!? Da ist eine Schweizer Firma, die hier Steuern zahlt, Leute beschäftigt und Lehrlinge ausbildet und der Bund kauft beim Ami ein. Später jammern wir, weil wieder ein Handwerk ausgestorben ist. Beantrage, dass das Armeespiel Knecht und seiner neuen Chefin, Viola Amherd, so lange ins Ohr posaunt, bis das Brett, oder in dem Fall die Mauer, vor dem Kopf, zusammenfällt.

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