Heisse Luft

Ralph Weibel | veröffentlicht am 19.12.2018

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass in Bern viel heisse Luft produziert wird, dann steht die vergangene Wintersession exemplarisch dafür.

Heisse Luft
Marco Ratschiller | (Nebelspalter)

Zuerst wurde die langweiligste Ersatzwahl in den Bundesrat hochgekocht und dann die Departemente so verteilt, dass garantiert jede/r da vorsteht, wo er oder sie am wenigsten davon versteht. Verkatert von der Ersatzwahl hat der Nationalrat das CO2-Gesetz nach tagelanger Diskussion abgefackelt, was das Klima wiederum aufheizte. Unter anderem erlag das Gesetz Argumenten wie dem von Nationalrat Christian Imark (SVP/AG), «die Schweiz sei nur für ein Promille des weltweiten CO2-Ausstosses verantwortlich». Glücklicherweise gab es früher Schweizer, die nicht so kleinkariert dachten. Hätte Henri Dunant so gedacht, gäbe es kein Rotes Kreuz.

Doch ganz so negativ wollen wir kurz vor Weihnachten nicht sein! Gehen wir hin, konsumieren wir mit Freuden Spielzeuge, die aus China zu uns geschifft werden, buchen wir ein paar Städteflüge und kaufen wir einen Offroader, der uns sicher durch den Schnee pflügen würde, wenn es denn welchen gäbe. Lassen wir die Sorgen für ein paar Tage sein. Ums Klima, kümmern wir uns dann wieder im nächsten Jahr. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten.

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