Überfluss

Ralph Weibel | veröffentlicht am 31.10.2018

Man muss zugeben, es hat auch etwas mit Neid zu tun. Jedes Jahr, immer wieder, so Ende Oktober ...

Überfluss
Marco Ratschiller | (Nebelspalter)

... Die Krankenkassenprämie steigt, der Lohn nicht und meine Stadt senkt den Steuerfuss wieder nicht. Übrigens heisst die Stadt St. Gallen, das sei erwähnt, damit sie sich etwas schämen kann. Gleichzeitig erscheint der Billionairs-Report. Darin zu lesen, 2158 Milliardäre auf der Welt, 36 davon leben in der Schweiz, besitzen zusammen ein Vermögen von 89'000 Milliarden Dollar. Das entspricht tausendmal dem Schweizer Bundeshaushalt. Da muss man mal leer schlucken.

Nun, die wenigsten können sich unter solchen Summen etwas vorstellen. Deshalb eine kleine Visualisierung: Wenn jeder Liter Wasser, der den Rheinfall hinunterstürzt, ein Einfränkler wäre, würde es fast acht Jahre dauern, bis die Konten aller Milliardäre geleert wären. Allerdings nur bei durchschnittlicher Wassermenge. Beim momentanen Niedrigwasser nach dem trockenen Sommer, ginge es noch viel länger.

Bei dem Geklimper darf man schon etwas neidisch werden. Ernsthaft zu denken geben sollte uns der Zuwachs von 19 Prozent bei den Reichsten der Reichen. Während die durchschnittlichen Arbeitnehmer bei uns froh sind, wenn sie auf ein bis zwei Prozent hoffen darf. Irgendwie wird man dabei das Gefühl nicht los, dass etwas bei der Verteilung einfach nicht stimmt.

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