Nein, danke!

Ralph Weibel | veröffentlicht am 24.10.2018

Die Schweiz ist auf der Suche nach zwei neuen Chefbeamten. Diese gestaltet sich viel schwieriger, als angenommen.

Nein, danke!
Marco Ratschiller |

In den vergangenen Wochen maltretierten uns die morgendlichen Nachrichten aus dem Radio damit, wer nicht für den Bundesrat kandidiert. Immerhin ein Job für knapp eine halbe Million Franken im Jahr.

Dabei wird man den Verdacht nicht los, viele der Nicht-Kandidatinnen und Kandidaten würden sich damit wichtig machen, «nein» zu sagen. Alleine die Absage vermittelt den Eindruck, eine Person wäre unter Umständen geeignet gewesen, zum Bundesrat gewählt zu werden. Wer wollte schon Isidor Baumann, Erich Ettlin oder Beni Würth wählen? Kennt kein Mensch. Genau so könnte ich meinen Verzicht auf eine Kandidatur bekannt geben. Die Kriterien für eine Wahl werden ohnehin von ganz anderen Faktoren bestimmt, dem Geschlecht und der regionalen Herkunft beispielsweise.

Aus­ser Frage steht, dass für die scheidenden Doris Leuthard sowie Johann Schneider-Ammann zumindest eine Frau nachrücken muss. Zeitgenös­sischerweise wären sogar zwei angebracht. Und Kandidatinnen gäbe es genügend, wenn sie sich nicht reihenweise selber aus dem Rennen nehmen würden, wie Carmen Walker Späh, Petra Gössi oder Ruth Humbel. Von den meisten noch nie gehört? Egal, Kronfavoritin ist ohnehin Karin Keller-Sutter. Wenigstens nominieren dieser Tage die Parteien ihre KandidatInnen und die Meldungen über Nicht-Kandidierende versiegen.

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