Hornviech

Ralph Weibel | veröffentlicht am 17.10.2018

Was so nicht passend ist, wird passend gemacht ...

Hornviech
Marco Ratschiller |

... Das gilt für einen Tisch, wie für eine Kuh. Ein Nutztier hat das zu sein, was der Name sagt. Nicht mehr und nicht weniger. Hörner sind dabei nur im Weg. Also runter damit, auch wenn eine Kuh damit trostlos aussieht. Ein bisschen wie ein begossener Pudel. So trottet sie auch in die Melkmaschine. Da würden sie nicht hineinpassen, mit Hörnern. Deshalb, und aus Sicherheitsgründen, stutzen wir die Kuh zurecht.

Das ist Armin Capaul ein Horn im Auge. Der Bündner lebt vor, wofür er einsteht. Müsste ich einen Bergbauern zeichnen, sähe er aus wie Armin Capaul, mit wildem Bart, selbstgestrickter Wollmütze und kariertem Hemd. Sowas lässt sich auf Postkarten drucken, wie Schweizer Berge und davor eine Kuh mit Hörnern. Ohne passen sie nicht in unser Postkartenidyll. Eigentlich müsste der tapfere Mann längst von Schweiz Tourismus einen Orden erhalten. Wie allerdings die Ergebnisse in den beiden kürzlich an der Urne abgeschmetterten Ernährungs-Initiativen beweisen, ist uns Schweizern anderes wichtiger, als naturnahe, faire Landwirtschaft. Vielleicht sollten wir deshalb noch konsequenter sein im Zurechtstutzen der Natur. Weshalb brauchen Hühner Beine? Ohne könnten sie auch Eier legen und die platzverschwenderischen Freilaufgehege umgenutzt werden. Als familienfreundliche Campingplätze für Ferien auf dem Bauernhof. Damit wir unseren Kindern den Weg zurück zur Natur zeigen können.

Weitere Artikel

loader