Vater schafft's

Ralph Weibel | veröffentlicht am 26.08.2018

Breiteren Autos begegnen wir mit breiteren Strassen. Ist das sinnvoll? Nein! Das ganze wirkt sich auch noch negativ auf den Vaterschaftsurlaub aus.

Vater schafft's
Marco Ratschiller | (Nebelspalter)

Bei einer Vollbremsung muss  Herr Jean-Marc Jeanneret, seines Zeichens Präsident des Verbandes für Verkehrsfachleute Schweiz (VSS) mit dem Kopf heftig auf das Lenkrad geschlagen sein. Dabei ist es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen. Die Lösung auf das Problem, wie auf die immer grösser werdenden Autos auf Schweizer Strassen zu reagieren sei: Breitere Strassen bauen.

Aua! Im Wahn, unsere Strassen könnten dereinst mit Gröll oder von meterhohen Schneemassen überdeckt sein, ist jeder dritte Neuwagen in der Schweiz  ein geländetauglicher SUV. Mehrheitlich wird damit auf gut ausgebauten, aber zu schmalen, Stras­sen und um die CO2-Grenzwerte von 95g/km herumgekurvt. Da würde es sich doch lohnen, einmal anzuhalten und kurz drüber nachzudenken. Bei der vorhandenen Logik hoffentlich nicht mit dem Schluss, SUV als bäuerliche Fahrzeuge – also Traktoren, was sie ja eigentlich sind – zu deklarieren, um von der Mineralölsteuer befreit zu werden. Aber damit ist wohl auch bald Schluss.

Ins Rollen kommt dafür der Vaterschaftsurlaub. Als gutschweizerischer Kompromiss nicht vier, sondern zwei Wochen. Wobei sich ernsthaft die Frage stellt, ob das reicht? Aus zweifacher Erfahrung muss ich sagen: Viel zu wenig. Eigentlich müsste der Vaterschaftsurlaub mindestens 16 Jahre dauern, bis die Bälger aus dem Gröbsten raus sind. Zudem garantiert niemand, dass die Väter in ihrem Urlaub wirklich die Windeln wechseln und nicht einfach mit ihren SUV die schmalen Strassen terrorisieren.

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