Annegret, Deutschlands neue Sekretärin

Wolf Buchinger | veröffentlicht am 28.02.2018

Wir haben uns an lange Namen gewöhnen müssen: Donaudampfschifffahrtskapitän, Popocatepetl, Pyeongchang und früher mal Frau Leutheusser-Schnarrenberger. Namen können Erfolgshemmer sein. Und jetzt hat Mutti Merkel den Namen ihrer Erbfolgetochter bekanntgegeben: Annegret Kramp-Karrenbauer.

Annegret, Deutschlands neue Sekretärin

In zwei Jahren schon könnte sie Kanzlerin – und die Welt ziemlich verwirrt sein. denn sooo heisst man nicht, um international anerkannt zu werden. Franzosen werden sie «Krohmb-Garrähnboär» nennen, Engländer «Crämp-Kärrehnbower» und die Chinesen in ihrer Bildersprache: «das Wesen, das krampfhaft versucht, ein altes Auto zu bauen». Irgendwann wird man sich notgedrungen auf die Abkürzung «AKK» einigen, sehr nahe an der AKP.

Die Ära Merkel geht zu Ende und die Ära AKK beginnt. Deutschland liebt seine extremen Randgebiete: erst die Uckermark, nun das Saarland (zur geografischen Vorstellung: es ist der Appendix am linken Rand). Angela ist schon ultramodern im Vergleich zu ihrem Vornamen Annegret, so tönt Vorstadt-Sex und tatsächlich kommt sie aus Völklingen vor Saarbrücken (das ist die Hauptstadt!) und das erklärt sehr viel: Sie trägt in Berlin weiterhin die einheimische Mode, Avantgardestil der 50er Jahre in grellen Farben, damit man die Hausfrau auf den Trottoirs sehen konnte, wenn sie bei dem damaligen Staub und Russ der Eisenhütten einkaufen ging. Keine Betonung weiblicher Reize, also Sackkleid, denn die Hauptnahrung und die Identität aller Saarländer ist die Lyoner-Wurscht, reichlich und  täglich dreimal; als Ergänzungsnahrungsmittel kippen sie reichlich Maggi-Würze drüber, dadurch sieht die Mahlzeit  vorher und nachher gleich aus. Ihr Festessen ist «Dibbelabbes», etwa wie geschnetzelte Röschti, nur fetter und reichhaltiger. In Berlin werden einige Pizzerien bald schliessen müssen.

AKK geht der saarländische Ruf der guten Hausfrau voraus, denn sie kennt alle Heimat-Kochrezepte und kann sie prima kochen, genauso geht sie mit den Dossiers um. Ihr Lieblingssatz, mit dem sie allen erst einmal heftig Angst einjagt: «Attacke kann ich auch!», lässt Hoffnungen aufkommen, dass sie weniger muttihaft und mit deutlich mehr Pep regieren wird. Deutschland braucht jetzt eine solche Frau.

Wir wünschen ihr viel Erfolg, auf dass das unberührte und neu entdeckte Volk der Saarländer endlich der ganzen Nation seine unverbrauchten Energien zur Verfügung stellt bis alles auslyonert ist.

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