Schweizer Armee prüft Emoji-Mobilmachung

Marco Ratschiller | veröffentlicht am 08.01.2018

Nach einer Meldung des «Blick» sollen Schweizer Armeeangehörige ab 2022 per SMS mobilisiert werden können. Recherchen dieser Zeitschrift zeigen: Das ist längst nicht alles.

Schweizer Armee prüft Emoji-Mobilmachung

Würde die Schweiz infiltriert oder von Naturkatastrophen heimgesucht, könnten Armeeangehörige künftig eine Nachricht auf dem Handy erhalten. So lässt sich ein Soldat auch mobilisieren, während er in den Ferien ist. Diese Schlagzeile machte heute die Runde. Recherchen des «Nebelspalter» zeigen nun, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. 

Weil berechtigte Zweilfel bestehen, dass zum Zeitpunkt der Einführung der Massnahme 2022 junge Armeeangehörige überhaupt noch über genügende Deutschkenntnisse verfügen (respektive eine andere aktuelle Landessprache verstehen), soll die Mobilmachung auch via Emojis durchgeführt werden können. 

Die oben abgebildete Muster-Nachricht hat beispielsweise folgende Botschaft: 

«Achtung! Der Dritte Weltkrieg ist ausgebrochen. Wir sind stinkwütend! Wir treffen uns morgen um 9 Uhr in der Kaserne und werden wie die Löwen gegen diese Schweine kämpfen und niemals kapitulieren, bis der letzte Mann im ewigen Kreislauf des Lebens aufgegangen ist.»

Die Projektverantworltichen des neuen Systems «E-Alarm» bestätigten zudem, dass der SMS-Dienst - gerade nach der bevorstehenden Liquidation der SRG und ihrer Informationskanäle - auch für andere Zwecke eingesetzt werden könnte, wie zum Beispiel Suchmeldungen: 

 

Strittig ist allerdings, ob der SMS-Alarm nicht auch vom potenziellen Feind missbraucht werden könnte. Armeegehörige sollen deshalb ab 2022 in einem 15-wöchigen WK geschult werden, ein echtes Armee-SMS von einem gefälschten zu unterscheiden:

 

Nicht ausschliessen wollte die Armee auf Anfrage, ob bei positiven Erfahrungen auch konkrete Gefechtsanweiseungen über SMS an die Soldaten ausgeliefert werden könnten: 

 

Weitere Artikel

loader