Unser Tor des Monats: Christian Lindner

Marco Ratschiller | veröffentlicht am 30.11.2017

Auf vielfachen Wunsch der Leserschaft gewähren wir erneut Einblick in die Entscheidungsfindung der Redaktionskonferenz.

Unser Tor des Monats: Christian Lindner
Michael Streun | (Nebelspalter)

Sitzungsleiter: Gewählt als «Tor des Monats» für die nächste Ausgabe ist Merkels  künftiger Aussenminister Lindner.

Ressort-Redaktorin: Patrick Lindner? Der Schlagersänger?

Gagschreiber: Nein, nicht doch: Christian Lindner, der Schlagwörtersänger.

(Vereinzeltes Gelächter)

Newsdesk-Praktikant: Halt! Stop! Soeben kommen Push-Meldungen rein, wonach die FDP die Koalitionsgespräche hat platzen lassen.

(Allgemeines, erstauntes Raunen)

Berlin-Korrespondent: Meine Fresse! Jamaika ist gescheitert? Haben das die Freisinnigen vielleicht von Anfang an so geplant? Wenn sich die SPD weiterhin gegen die Groko sträubt, steht Deutschland vor Neuwahlen und Merkel ist politisch tot!

Ressort Nekrolog: Was, Merkel tot? Mist, ich hab in letzter Zeit nur die Nachrufe der Queen und des Papstes aktuell gehalten.

Blattmacher: Es geht jetzt aber nicht um Merkel, sondern um Lindner!

Ressort Kalauer: Gar nicht mein Fall. Auf «Lindner» reimt sich überhaupt nichts.

Feuilleton: Darum sind die Sondierungsgespräche ja auch gescheitert – zu viele Ungereimtheiten.

Grafikerin: Schade um das farbenfrohe Jamaika-Layout, das ich vorbereitet habe.

Inland-Redaktor: An der ganzen Sache zeigt sich nur einmal mehr die Überlegenheit des Schweizer Systems. Statt auf Koalition setzen wir auf Konkordanz. Denn so haben durchaus vier oder fünf Parteien in der Regierung Platz.

Bundeshaus-Korrespondent: Und unsere Koalitionsverhandlungen heissen Von-Wattenwyl-Gespräche. Unsere «Koalitionsfarben» wären übrigens Blau, Rot, Grün und Gelborange. Gibt es dazu vielleicht auch eine Landesflagge?

Ressort Geografie: Ja, genau eine: Eritrea.

Asyl-Experte: Ach, also deshalb die ganzen Fl...

Edelfeder: Flüchtet ihr euch jetzt in andere Themen, weil niemand weiss, wie wir auf Lindners Coup reagieren könnten?

Chefredaktor: Nun, vielleicht ist auch schon wieder alles anders, bis unser Magazin gedruckt ist, und Schulz ist bereits als Vizekanzler unterwegs. Wenn ihr mich fragt: Es ist besser nicht zu reagieren, als falsch zu reagieren. Praktikant, bitte prüfen, ob schon jemand diesen träfen Satz verwendet hat.

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