Doris Leuthard präsentiert ersten Bundesrats-Roboter

Marco Ratschiller | veröffentlicht am 21.11.2017

Im Rahmen des nationalen Digitaltages hat Bundespräsidentin Leuthard heute in Zürich überraschend den voll funktionsfähigen Bundesrats-Roboter «Dorlibot» vorgestellt. Was du jetzt wissen musst.

Doris Leuthard präsentiert ersten Bundesrats-Roboter

Die fortschreitende Digitalisierung gilt als eine der grössten Herausforderungen für unsere moderne Gesellschaft. Millionen Menschen machen sich Sorgen um ihre Arbeitsplätze, die in den kommenden Jahren an Roboter und Supercomputer verloren gehen könnten. Vor allem vergleichsweise einfache und repetitive Tätigkeiten könnten bald von der digitalen Revolution überrollt werden.

So kommt das Projekt «Dorlibot» nicht ganz überraschend: Das Schweizer Volk zeigt sich zunehmend demokratiemüde, das Amt des Bundesrats gilt als wenig attraktiv, die Suche nach geeigneten Kandidaten bereitet den Parteien seit Jahren Mühe, so dass sich selbst eine beliebige Rheintaler Chemikalienmischerin nur noch im äussersten Notfall in die Regierung wählen liesse.

Der in einer Kooperation diverser Schweizer Hochschulen entwickelte Bundesrats-Roboter könnte das sich verschärfende Problem lösen. Bereits der vorgestellte Prototyp «Dorlibot» ist mit Dutzenden Sensoren ausgestattet und erkennt mit 99,8 Prozent Sicherheit, ob er sich in der Nähe von potenziellen Wählern, Journalisten oder auch Lobbyisten befindet – um die Sprachmodule in Sekundenbruchteile auf die jeweilige Situation einstellen.

Ständig mit dem Netz verbunden

Dank ständiger Anbindung ans Internet ist der Bundesratsroboter fähig, permanent im Auge zu behalten, was die Sozialen Medien über ihn schreiben, und etwa auch taktische Vereinsbeitritte und -austritte – zum Beispiel bei «Pro Tell» – in Echtzeit auszuführen.

Absolutes Sprachtalent

Dank neuronalen Netzwerken und künstlicher Intelligenz arbeitet der Regierungs-Prototyp bereits in mehreren Kerndisziplinen besser als der Mensch: Eröffnungsreden schreibt der Algorithmus souverän während der Anfahrt zum Event – während sich der Roboter zugleich über den Akku das Elektroautos auflädt. Auch das Durschneiden von roten Bändern klappt nach einigen Anlaufschwierigkeiten sehr gut (Betroffene erster Fehlschläge wurden von der IV grosszügig entschädigt).

Versteckter Kippschalter

Der präsentierte Regierungs-Roboter wechselt auf Wunsch in jede Landessprache und beherrscht sogar ein absichtlich mit Schweizer Akzent und beschränktem Wortschatz ausgestattetes Englisch, damit er auch für den Einsatz als SVP-Bundesrat geeignet wäre. Ein am Hinterkopf versteckter Kippschalter, von den Entwicklern augenzwinkernd «Schneider-Ammann-Modus» genannt, lässt den Regierungs-Bot zudem halb so schnell und mit extra vielen Füllwörtern sprechen.

Die Entwickler haben praktisch an jedes Detail gedacht: Das System stellt automatisch fest, ob es sich im Ausland befindet und nimmt gegenüber Vertretern der EU, der USA oder wichtiger Handelspartner automatisch eine leicht gebückte Haltung ein. Zudem wird der standardisierte Menschenrechtsdialog in einer auf wenige Millisekunden komprimierte, für den Menschen kaum hörbare Schallsequenz ausgeben, was bei Staatsbesuchen wertvolle Zeit und damit Steuergelder spart.

Sogar an ein «Second Life» wurde gedacht!

Bundespräsidentin Leuthard liess lachend offen, ob «Dorlibot» bereits geeignet wäre, um ihre eigene Nachfolge im kommenden Jahr anzutreten, wies in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, dass auch der präsentierte Regierungs-Roboter im Sinne der Nachhaltigkeit entwickelt worden sei: Diverse eingebaute Schnittstellen würden es erlauben, einem «Dorlibot» nach seiner Amtszeit spannende neue Aufgaben wie Verwaltungsratsmandate und Ehrenpräsidien aufzuspielen.

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