Bundesgericht verbietet Sprungkäfighaltung

Carole Starrmilch | veröffentlicht am 01.07.2016

Schlechte Nachricht für Eltern: In einem Grundsatzentscheid hat das Schweizer Bundesgericht heute mit sofortiger Wirkung die Sprungkäfighaltung von Kindern untersagt.

Bundesgericht verbietet Sprungkäfighaltung
(Nebelspalter)

Diese Verschärfung kommt zur Unzeit: Just zum Ferienbeginn gehen die obersten Richter gegen Eltern vor, die Ihre Kinder in den Sommerwochen in so genannten Sprungkäfigen halten. Diese - oft unter dem harmlosen Begriff «Trampolin» kommerzialisierten - Garten-Installationen wurden in den vergangenen Jahren in der Kinderaufzucht immer beliebter, um während der Sömmerung des Nachwuchses Schäden im restlichen Garten gering zu halten.

Anbieter der Produkte haben ihre Angebote zudem oft damit beworben, dass die elastische Bodenbespannung sich positiv auf Motorik und Muskelaufbau auswirke und Kinder damit gosse Wettbewerbsvorteile erlangen könnten, wenn es darum geht, später einmal als Fussballer, Spitzenathlet oder Tänzer die Aufzuchtkosten der Eltern refinanzieren zu können.

Allerdings schiebt die oberste juristische Instanz dem «Trampolin» nicht völlig den Riegel und hat einige Ausnahmen formuliert, welche den Weiterbetrieb der Installation erlaubt: Bietet ein Sprungkäfig mit einer Überdachung genügend Sonnenschutz, verfügt über mindestens vier klar signalisierte Notausgänge und erlaubt normalübergewichtigen Kindern eine maximale Sprunghöhe von 15 cm, kann zuhanden der Suva eine Ausnahmebewilligung für den Betrieb von maximal 15 Minuten pro Tag erwirkt werden.

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