Wozu kann man die überhaupt gebrauchen?

Jan Peters | veröffentlicht am 03.09.2015

 Warnhinweis: In diesem Artikel geht es um das ausgeprägt trostlo­se Thema des Flüchtlingsunwesens. Sollten Sie, wie der grösste Teil der Be­völkerung, von dieser Angelegenheit nach und nach den Kanal voll haben, wären diese Eingangszeilen Ihre allerletzte Chance, sichere Deckung aufzusuchen und sich etwas anderes reinzuziehen. Etwas, das Sie even­tu­ell drolliger finden. ...

Wozu kann man die überhaupt gebrauchen?
Miriam Wurster | (Nebelspalter)


...Zum Beispiel die Ziehung der Lottozahlen im Fernsehen oder die Todesanzeigen in der Zeitung: Wer eine positive Einstellung zum Leben hat, der kann schliesslich über alles herzlich lachen.


«Wenn hier einer lacht, Leute, dann bin ich das!», so oder ähnlich könnte man sich vorstellen, wie Thomas de Maizière, seines Zeichens CDU-Innenminister und Inkarnation der genetisch im Deutschtum tief verankerten Willkommenskultur, Asylbewerber in der Bundesrepublik empfängt. Und wenn nun einer der mit Ach und Krach aus seiner - weshalb auch immer - unguten Heimat über den Balkan oder Spanien nach Deutschland Geflüchteten ihm sagen würde: «Stimmt, Exzellenz, wo wir herkommen, da lacht schon lange keiner mehr; es sei denn, er besitzt eine Rüstungsfirma.» Was könnte dann der Herr Willkommensminister antworten? «Das kannst du nicht wissen, Freundchen, weil du hier noch neu bist, aber mit mir redet keiner, ohne gefragt worden zu sein; du verstehen, Kamerad Schnürschuh?»

Keine Propaganda!
Haben Sie gemerkt, wie schnell man bei dieser Problematik Menschen, in diesem Fall unsere verehrte Leserschaft, manipulieren könnte? Dies liegt uns jedoch fern, denn der «Nebelspalter» ist ein seriöses Blatt. Im Gegensatz zur «Weltwoche» und «Basler Zeitung».

Zurück zu Herrn de Maizière, der immer derartig strahlt, als hätte er sich zum Frühstück ein Gläschen Terpentin gegönnt. Wieso sollte denn aus- gerechnet eine solche Trantüte plötzlich von Heiterkeitsattacken heimgesucht werden? Und dann auch noch bei den Themen Wirtschaftsflüchtlin­ge, Scheinasylanten und ähnliches Kropp­zeug? Sehen Sie, Sie haben das alles noch gar nicht richtig verstanden, denn nur die linken Gutmenschen finden die Situation unhaltbar. Die rechten Schlechtmenschen geniessen sie. Und warum?

So nicht, Freunde!
Erinnern Sie sich noch daran, dass kürzlich im thüringischen Suhl einige Insassen einer überbelegten Asylantenaufnahmestelle ihre Bruchbude in Haupt- und Einzelteile zerlegt haben? Im Rahmen einer die verschiedenen Nationalitäten eng zusammenschweis­senden Massenschlägerei. Irgendein Depp hatte sich in Ermangelung notwendiger WC-Hygieneartikel - «Herr Unteroffizier, hier ist kein Klosett­papier mehr!» - zu hinterhältigen Zwecken mit Koranseiten bedient. Was nicht von allen anwesenden Muselmanen mit Beifall aufgenommen wurde. Somit gab es auf die Fresse. Während dergleichen auf der Münchner Wiesn als Folklore angesehen wird, ergriff der deutsche Innenminister hingegen diese Gelegenheit beim Schopf, die Asylanten in der Form zusammenzustauchen, dass er ihnen in Aussicht stellte, «hart» gegen solche Strolche vorzugehen, die es kurzweiliger fänden, ihre Unterkünfte zu demontieren, anstatt sich geneigten Hauptes auf eine Wallfahrt zu Mutter Merkel, Schutzpatronin aller Verfolgten, aufzumachen.

Unvermuteterweise findet es die rechte Bürger- und Wählerschaft ganz passend, dass jetzt endlich mal gegen diese unzivilisierten Kanaken durchgegriffen wird, die pro Kopf 12?000 Euro netto monatlich an Stütze kassieren, auf Staatskosten in Penthäusern in den besten City-Wohnlagen residieren und innerhalb von drei Wochen mindestens 768 weitere Familienangehörige aus ihren verrotteten Herkunftsländern nachkommen lassen; die ihrerseits dann ab dem Tag ihrer Ankunft pro Kopf 12?000 Euro netto monatlich abgreifen etc., etc. - siehe oben.

Stop it!
«O Lord, there must be an end to all this!», kreischte David Cameron entsetzt, als er suddenly erkannte, was los ist. Asylmässig. Anfangs subsumierte man in the UK das Flüchtlings-Affentheater, das seit geraumer Zeit auf dem Festland in Calais stattfindet, noch unter dem hinlänglich bekannten Unvermögen der Franzosen, ausser Fressen und Saufen jemals irgendetwas auch nur andeutungsweise Vernünftiges auf die Reihe zu kriegen - «These French comics are totally useless!» - und pflegte seine distanzierte und über die Jahrhunderte bewährte «splendid isolation». Bis es wie Donnerhall über die Insel brauste: «Damnation, who the hell had the silly idea of building such a bloody tunnel?»

Arbeit macht frei!
Auguste Rodins «Bürger von Calais» sind das einzige erwägenswerte Angebot, das England je von Frankreich gemacht wurde. Eine angemessene Fortsetzung dieser Britannien geschuldeten Demut könnte darin bestehen, den elenden Tunnel zurückzubauen. Als Beschäftigungsprogramm für die derzeit in Calais beim Camping faulenzenden Illegalen: «Die Schaufeln?? ÜBER! Im Gleichschritt?? ABMARSCH!»

Und wenn sie den Tunnel dann wieder zugeschüttet haben, dürfen sich die Typen mit Brennstabwechseln auf dem Flugzeugträger «Charles-de-Gaulle» ihre Rückfahrt nach Afrika verdienen.

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