Griechenland

Thomas C. Breuer | veröffentlicht am 01.09.2015

Die sollen ja ganz alt werden, die Griechen. Auf jeden Fall sehen sie alt aus. Sehr alt. Wahrscheinlich wegen der Ernährung ...

Griechenland
(Nebelspalter)

... denn wenn Griechen was nicht können, ist es kochen. Wenn man ihnen am frühen Morgen begegnet, machen die meisten einen eher bedrückten Eindruck, wahrscheinlich, weil sie arglos und guter Dinge aufwachen, bis ihnen plötzlich wieder einfällt, dass sie Griechen sind und sich bis in die späten Abendstunden hinein griechisch ernähren müssen. Würde jedem den Tag vergällen. Schon gleich morgens - Frühstück kann man das ja wohl kaum nennen - dieser griechische Kaffee: Erkläre einer mal den Unterschied zu Heilerde! Zum Glück gibts Heilerde als Kapseln - griechischen Kaffee leider nicht.

Etwas Positives? Griechisches Essen kann schwimmen. In Fett. Fett ist die eine Komponente. Die andere ist Knoblauch. Soll angeblich alt machen - aber wozu? Um die Qual zu verlängern? Griechisches Essen ist Knoblauch mit irgendwas drum herum. Griechisches Essen ist abgeschabtes Fleisch. Griechisches Essen ist ganz und gar gar. Moussaka ist das griechische Wort für Massaker, und das ist noch ein viel zu milder Ausdruck für die Grausamkeiten, die sie Kartoffeln, Auberginen und Hackfleisch angedeihen lassen. Die Garzeiten, und wahrscheinlich sind sie stolz drauf, gehen bis in die Antike zurück - trotzdem servieren sie lauwarm. Die Griechen, hartgesotten, schmoren, sieden oder schmurgeln jedes Nahrungsmittel, bis jegliches Lebenszeichen darin erloschen ist.

In den 70er-Jahren kam in Mitteleuropa die griechische Taverne in Mode, was schon nach Kaserne klingt, da marschierten geschlossen die WGs hin, über deren kulinarische Ansprüche man kein Wort zu verlieren braucht. Genau genommen gibt es so was wie eine eigenständige griechische Küche gar nicht, das haben ihnen alles die Osmanen aufgezwängt. Darf man natürlich nicht laut sagen, oder wenn, sollte man tunlichst einen Tisch in der Nähe der Tür gewählt haben.

Vom Wein nehmen die Griechen nur die Blätter. Dass man mit den Reben auch sonst schöne Dinge veranstalten kann, haben sie anscheinend noch nie gehört. Ihren Wein gewinnen sie jedenfalls aus Baumharz. Um den Magen, damit er nicht Amok läuft, ins künstliche Koma zu kriegen, wird Ouzo draufgeschüttet. Kadiorexi heisst auf Griechisch «Guten Appetit». Das klingt nach einer ernsthaften Krankheit. Mal ehrlich, lohnt es sich, für so einen Frass alt zu werden?

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