Rückschlag für «fliegende Pöstler»

Carole Starrmilch | veröffentlicht am 20.07.2015

Ernüchterug beim laufenden Pilotprojekt der Schweizer Post: Die «fliegenden Pöstler» werden genauso oft von Hunden gebissen wie Postboten aus Fleisch und Blut.

Rückschlag für «fliegende Pöstler»
(Nebelspalter)

Erst vor wenigen Wochen hat im Kanton Bern der Feldversuch mit so genannten Zustelldrohnen begonnen, nun zieht die Schweizer Post bereits eine erste ernüchternde Bilanz: «Wir haben falsche Analogieschlüsse gezogen. Wir gingen davon aus, dass fliegende Pöstler ausschliesslich von Flughunden attackiert werden. Da Flughunde in unseren Breiten nicht heimisch sind, rechneten wir mit einem sicheren Zustellbetrieb», erklärt ein Sprecher des Gelben Riesen auf Anfrage. Nun zeige sich, dass die alte Erbfeindschaft zwischen Hund und Postbote auch bei Paketdrohnen weiterbestehe. 

Ob die Post damit ihre «Vision Zero» - so nennt sich die langristige Profitstrategie mit null Kundenkontakt und null Angestellten bei wachsendem Umsatz - gefährdet sieht, will sie nicht kommentieren. Spezialisten seien bereits daran, die jüngsten Testresultate zu analysieren und neue Ansätze zu erarbeiten. Diskutiert wird etwa, nicht nur die Pöstler, sondern auch die Hunde durch High-Tech-Geräte zu ersetzen. Denkbar sei beispielsweise eine Kundenaktion, bei der jeder Haushalt, der freiwillig seinen «Keine Werbung»-Aufkleber vom Briefkasten entfernt, gratis einen Roboterhund erhalte.

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