Wieso wird man vegan?

Daniel Glutz | veröffentlicht am 02.07.2015

Worüber man früher nur unter vorgehaltener Hand gesprochen hat, und das man nur in ganz dunklen Ecken bekommen hat, ist nun in aller Munde, und jedes Restaurant, das was auf sich hält, bietet es nun an: Veganes Essen. Der Verzicht auf tierische Produkte macht Mode, und Eier, Würste und...

Wieso wird man vegan?
(Nebelspalter)
... Milch versauern in den Regalen der Supermärkte. Aber wieso wird man eigentlich vegan? Der «Nebelspalter» ging diesem Trend auf die Spur und hat vier Gründe entdeckt, weshalb die Leute heute vegan leben. 

Weil es trendy ist

Mit seinem Bart und Holzfällerhemd will er den naturnahen Arbeiter mimen, der schwere Arbeit verrichten kann. Dabei fährt er mit seinem eingängigen Fahrrad in die Werbeagentur und diskutiert da, mit welchem Weichspüler er seinen Bart pflegt und welche Feuchtigkeitscreme seine Hände am sanftesten macht. Seine Freundin hat einen fancy Törtchenladen aufgemacht, wo sie auf unkonventionelle Hausfrau machen will, mit ihren mit Tattoos zugestochenen Armen. Beide verneinen natürlich vehement, irgendwelchen Trends hinterherzulaufen, und vegan waren sie natürlich schon, bevor es alle anderen waren. Das ist ihnen auch wichtig und das sagen sie auch so, wenn sie jemand fragt, warum sie denn vegan sind. Aber raten Sie mal, wer ganze Kühe und Schweine kauft, wenn der Carnivorismus (von Carnivore = Fleischfresser) zum neuen Trend erklärt wurde. Genau, die beiden. Und das haben sie dann natürlich schon immer.

Weil man ein Gutmensch ist

Die gutherzigen Menschen können keiner Fliege etwas zuleide tun und trotzdem sind sie das Feindbild der SVP. Ihre gutmenschliche Art kann aber auch nervend sein. Nie wünschen sie jemandem etwas Schlechtes und schon gar keinen herzigen Tieren. In ihren Augen sind die Tiere die friedlichsten Geschöpfe, die völlig gewaltfrei leben. Und der Mensch könne ja nur Krieg führen. Dass auf dem Speiseplan des Löwen aber nicht Humus mit Gurkensalat steht und seine Opfer teilweise einen stundenlangen brutalen Todeskampf durchstehen müssen, bevor sie dann gefressen werden, blenden sie dabei gerne aus. Zuerst konnten sie keine Tiere essen, da waren sie Vegetarier, danach ging es eine Stufe weiter, und sie wurden Veganer. Denn einem Huhn sein hart erarbeitetes Ei wegzunehmen, gilt als Diebstahl, und der Kuh die Milch zu melken als sexuelle Belästigung.  Doch das Mitgefühl geht weiter, und so sind es die Pflanzen, die ihnen leidtun, wenn man ihnen ihre Früchte entreisst. So werden sie wohl bald zum Frutarier, der nur noch Früchte isst, die bereits vom Baum gefallen sind. Wenn dann das schlechte Gewissen immer noch da ist, werden sie sich nur noch von Sonnenstrahlen ernähren, da sie aber der Sonne auch keine Energie rauben wollen, werden sie in einer Höhle verhungern und verdursten. Wo sie dann von Insekten vertilgt werden.

Wegen übler Traumata

Da war dieser Urlaub, der alles veränderte. Plötzlich kam die Milch nicht mehr aus dem Tetra-Pak, die Eier sind nicht sauber aufgereiht im Karton, und das Fleisch ist nicht bereits mariniert in Plastik abgepackt. Iih nein, die Milch wird aus diesen komischen Zipfeln gedrückt, die Eier kommen aus dem Po des Huhns, und das Fleisch wird aus der Kuh geschnitten. Die Welt geriet damals komplett aus den Fugen, und man verstand die Welt nicht mehr. Zurück in der beschaulichen Stadt, wo die Lebensmittel noch luftdicht verpackt sind, drehten sich die Gedanken nur noch um das Erlebte. Der Kühlschrank wurde inspiziert. Wurden die Chicken Nuggets so in einer Fabrik produziert oder kamen die auch aus dem Hinterteil eines komischen Tieres? Ist die Wurst etwa der Penis des Stieres? Spätestens bei der Erdbeerkonfitüre war dann Schluss, das kann nur geronnenes Blut sein. Da ging man dann auf Nummer sicher, und die Entscheidung war gefällt. Gegessen wird nur, was so komische chemische Namen wie Quorn oder Soja hat. Alles andere geht in den Müll.

Weils nichts anderes gibt

Während wir uns frei entscheiden können, welche Ernährungsform wir wählen, und dies auch saisonal anpassen können, hat die weltgrösste Gruppe der Veganer keine andere Wahl. Auf dem Speiseplan steht Reis oder zur Abwechslung auch mal gar nichts. Dazu gibt es verunreinigtes Wasser. Wir lungern auf der Couch rum und nennen unsere Bäuche stolz Dad Bod oder auch frech Wohlstandsbäuchlein. Aber auch die Kinder dieser Veganertruppe tragen Bauch, ein bisschen weniger stolz, denn dieser ist mit Giftstoffen verunreinigt zu einem grossen Ballon an-geschwollen. Was würden sie für ein gutes Stück Käse geben, ein saftiges Steak oder eine leckere Omelette? Vielleicht sollte man das zu viel gekochte Essen nicht einfach die Toilette runterspülen, sondern zu solchen Leuten schicken, wie so Halbaffen das im Witz manchmal sagen. Oder noch besser gleich beim Einkauf die richtige Menge kaufen und das gesparte Geld für Ernährungsprojekte spenden. Hm, nö, ich kaufe mir mit dem gesparten Geld doch lieber das neue FIFA-Spiel.

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