Der Meteorit

Daniel Kaufmann | veröffentlicht am 07.04.2015

Was ist das? Was ist das für ein Licht? Ist das echt? Etwas Leuch­tendes saust über das Firmament. Oh Gott. Es ist so weit. Es ist vorbei mit uns...

Der Meteorit
(Nebelspalter)
Jetzt kommt auch schon dieser Film, von dem immer erzählt wird. Diese Bilder, die durch den Kopf schiessen, bevor es endgültig aus ist. Verrückte Bilder. Der siebte Geburtstag, Claude Nicollier im Weltraum, ein lauernder Aasgeier, eine Pizza Hawaii, eine rennende Herde Dinosaurier. Die Dinos sind ein eindeutiger Hinweis: Die sind auch durch einen Meteoriten-Einschlag ausgestorben, einen Einschlag in Mexiko. Wann war das? Rasch googeln, solange noch Zeit ist. Aha, vor 65 Millionen Jahren. Ja, erst die Dinosaurier und nun wir, die Schweizer.

Wieso trifft es immer die Besten? Man hat seit Wochen gespürt, dass etwas kommen wird. So ein Instinkt, den haben wir Menschen seit unseren Anfängen, damit wir merkten, wann wir in die Höhlen flüchten mussten. Vulkanausbrüche, Kontinentalplattenverschiebungen, Mammuts. Das Leben war sehr gefährlich damals. Tiere haben diesen Instinkt noch stärker. Man sieht ein unruhiges Tier und weiss gleich: Achtung, Erdbeben. Oder Fütterungszeit.

Die Schweizer Unruhe beobachtete man seit der Aufgabe des Mindestkurses. Endzeitstimmung breitete sich aus. Aus dem Nichts tauchten Menschen auf, die uns retten wollen. Sogar Sergio Ermotti mit einem Fünf-Punkte-Plan. Ermotti hat letztes Jahr bei der UBS 11 Millionen an Lohn abgeräumt. Vielleicht misstraute er seinem Plan und wollte noch die Sau rauslassen, bevor es vorbei ist. 11 Millionen.

Es gibt diese Gigantismus-Theorie. Also bei den Dinos. Der Paläntologe Edward Drinker Cope hat die Theorie entwickelt, so steht es im Internet, nach der Lebewesen im Laufe der Evolution ständig grösser werden. Sauropeden wurden 50 Tonnen schwer. Die Handys werden auch immer grösser.

Aber wie will man jetzt einen klaren Gedanken fassen, kurz vor dem Aussterben? Roger Köppel kam ebenfalls mit einem Rettungsplan. Das ist die Strafe. Nein, nicht Köppel. Der Meteorit. Wegen dem Gripen, den wir nicht wollten. Denn eigentlich wollte uns Ueli Maurer auch retten. Anstelle eines Punkte-Plans hatte er ein Puppenhäuschen, mit dessen Hilfe er uns eindringlich warnte: Ohne Gripen hat das Häuschen kein Dach! Jetzt regnet es rein. Es regnet Meteoriten.

Trotzdem ist fraglich, ob die Luftwaffe etwas ausrichten könnte, da sie nur zu Bürozeiten funktioniert. Es ist Sonntagabend. Der Meteorit erwischt uns auf dem falschen Fuss. In Millionen Jahren werden irgendwelche Wesen, die dann auf der Erde leben, unsere Knochen ausgraben, sie zusammenstellen und in Museen zeigen. Wenn es noch Museen gibt. Man wird versteinerte Militärmesser finden und versteinerte Fondues.

Ein Nachfahre von Steven Spielberg wird «Helvetic Park» drehen, einen gigantischen Film mit mutierten, menschenfressenden Schweizern. Wenn es noch Filme gibt. 1850 Gattungen von Dinosauriern soll es gegeben haben. Irgendwann werden Forscher auch die Gattungen der Schweizer ermitteln. Karnivoren, Veganer, Totraser, Wetterschmöcker, Scheininvalide, Hipster, Üsserschwiizer und Roger Schawinski. Es ist schade um alle. Unsere Retter werden sauer sein.

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