Schweizer Presselandschaft wird radikal umgebaut

Marco Ratschiller | veröffentlicht am 07.01.2015

Die Schweizer Verleger haben sich am Rande ihrer gestrigen Dreikönigstagung auf eine umfassende Neugestaltung der Medienlandschaft verständigt. Noch in diesem Jahr soll der Umbau hin zu drei klaren Meinungsblättern und einem Internetportal für die apolitische Mehrheit abgeschlossen sein.

Schweizer Presselandschaft wird radikal umgebaut
(Nebelspalter)

Die Verleger der grossen Schweizer Medienhäuser haben gestern an ihrer traditionellen Dreikönigstagung nicht nur über die Rückkehr der klar profilierten Parteien- und Meinungspresse debattiert, sondern hinter verschlossenen Türen auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht.

In einem historischen Schritt haben sich die Grossverlage auf einen Neuanfang mit klaren Strukturen geeinigt, die dem heutigen politischen Gefüge mit einem starken linksgrünen und einem starken nationalkonservativen Flügel sowie einer heterogenen Mitte entspricht. Drei nationale Zeitungstitel sollen künftig die Meinungsvielfalt besser abbilden als die heutige Presselandschaft mit ihrem vermeintlichen Forumsanspruch.

Also doch mit Markus Somm

Am wenigsten überrascht das geplante neue Blatt im rechten Spektrum: Die «Neue Nationalkonservative Zeitung» wird erwartungsgemäss von Markus Somm geführt und übernimmt das Layout der heutigen NZZ. Die «NNZ» erscheint mit der Wochenendbeilage «Wir Mauerbauer» und dem monatlichen Magazin «Isolatio» sowie einem frankophonen Ableger «Le Nombrille du Monde». Ob auch die «Weltwoche» in diesem Verbund aufgehen wird, hängt vor allem davon ab, ob Roger Köppel bereits für die kommende Legislatur als National-/Stände-/Bundesratskandidat zu Verfügung steht. Bei einem Einkauf im Läckerli-Huus ab 200 Franken soll das Jahresabo der NNZ übrigens kostenlos sein.

Zwangsgebühr geplant

Das linkgsgrüne Leserspektrum soll von «Der Gutmensch - Tagblatt für dauerbetroffene Cüplisozialisten und Salongrüne» abgedeckt werden. Eine Volksinitiative, die noch dieses Jahr lanciert werden soll, will die Finanzierung der Zeitung statt über Abo-Gebühren über die direkte Bundessteuer und einer Sonderabgabe für die Bewilligung der «Buurezmorge» realisieren.

Wenig ist bisher über das Mitte-Projekt, die künftigen «Wischiwaschi Nachrichten», bekannt. Sicher ist, dass sie von sechs verschiedenen Chefredaktoren geleitet werden soll und ihre Leser wöchentlich mit einem neuen Layout überraschen will.

Ein Portal für die grosse Mehrheit

Für die grösste Bevölkerungsgruppe der bildungsfernen, apolitischen Halbalphabeten soll künftig das Internetportal «Catson» als Fusionsprodukt sämtlicher Gratisblätter und Klick-Portale den täglichen Bedarf an Katzenvideos, Bildstrecken, Listings und Blogs garantieren.

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