Kritik am neuen SBB-Recycling

Marco Ratschiller | veröffentlicht am 03.11.2014

Hunderte Tonnen Abfall fallen jedes Jahr in Schweizer Bahnhöfen an und werden verbrannt. Das schadet der Umwelt. Die SBB rüstet deshalb Schweizer Bahnhöfe mit speziellen Trennbehältern aus - je nach Standort werden bis zu acht verschiedene Recycling-Stoffe gesammelt. Nun macht sich Unmut breit.

Kritik am neuen SBB-Recycling
(Nebelspalter)

Was jetzt in der ganzen Schweiz kommen soll, konnte man seit über einem Jahr im Berner Hauptbahnhof versuchsweise testen: Anstelle des üblichen Abfalleimers standen hier Trennsysteme, die für PET-Flaschen, Alu-Dosen, Papier und normalen Kehricht getrennte Behälter aufwiesen.

Mit der flächendeckenden Einführung des Trennsystems gehen die SBB nun aber einen Schritt weiter und führen auf diversen versifften S-Bahn-Strecken und berüchtigten Hooligan-Linien verfeindeter Fussballclubs zusätzliche Recycling-Stationen für zerlegte Bahnwagons und Nebenprodukte handgreiflicher Auseinandersetzungen ein (siehe Abbildung).

«Da sich das Schweizer Parlament in der vergangenen Session nicht darauf einigen konnte, die Clubs am Aufwand für Vandalen-Schäden zu beteiligen, hoffen wir nun, die Hooligans wenigstens für die Nachhaltigkeit des Recycling zu begeistern und so Kosten zu senken», kommentiert ein SBB-Sprecher die Offensive.

Wenige Stunden nach Präsentation des Konzeptes wurde von Seiten verschiedener Fachleute Kritik geäussert, dass das erweiterte Recycling-Konzept für die Zielkundschaft - vor allem alkoholisierte Fans oder Nachtschwärmer - mit bis zu acht Warentrenngruppen viel zu kompliziert sei. Laut SBB ist das Problem aber bereits erkannt: «Wir werden dem entgegen wirken und in den ersten Monaten zu den Spitzenzeiten Hilfspersonal aufbieten, das vor Ort die Hooligans und Halbstarken dabei unterstützt, die Wagons fachgerecht zu demolieren und richtig zu entsorgen.»

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