Bund reagiert: Ab sofort wird Reis gepflanzt

Marco Ratschiller | veröffentlicht am 15.08.2014

Landwirtschaftsministerin Doris Leuthard hat heute vor den Bundeshausmedien die umfassende Agrarreform «Arborio 2014» angekündigt. Bauern, die im Mittelland und in den Voralpen sofort auf Reisanbau umstellen, sollen grosszügig mit Subventionen unterstützt werden. Der Bundesrat reagiert damit auf die anhaltend nasse Witterung.

Bund reagiert: Ab sofort wird Reis gepflanzt
(Nebelspalter)

Obst- und Gemüsebauern beklagen in diesen Wochen Ernteschäden und Umsatzeinbussen in mehrstelliger Millionenhöhe. Hunderttausende Hektaren von Wiesen und Äckern standen in diesem Sommer so oft unter Wasser, dass sie von der Swisstopo in einzelnen Fällen bereits als See kartographiert werden mussten. Was für die meisten Anbauprodukte schlecht ist, stellt für die Reispflanze perfekte Wachstumsbedingungen dar. Diesem Umstand will Bundesbern nun Rechnung tragen und die Schweiz binnen vier Jahren in ein Reis-Exportland verwandeln.

Damit nicht nur das Mittelland von der Anbau-Offensive profitiert, stellt das UVEK grosszügig finanzielle Mittel zu Verfügung, um auch die Appenzeller und Emmentaler Hügel in kürzester Zeit in Reisterrassen zu verwandeln, wie man sie etwa von Bali oder Vietnam her kennt. Dabei sollen neue, für unsere Temperaturen geeignete Reissorten zum Einsatz kommen.

Riesenfrust über Thurgauer Niederstammgurken

Für viele Ostschweizer Obstbauern kommt die «Agrarreform 2014» genau zum richtigen Zeitpunkt. Gerade gestern hat die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Acropscope mitgeteilt, dass die Apfelernte 2014 aufgrund des hohen Wasser- und niedrigen Zuckergehalts nicht als Äpfel, sondern nur als «Niederstammgurke» deklariert in den Verkauf gelangen dürfe. Einzig die Getränke-Produzenten Ramseyer und Möhl hatten auf den Entscheid verhalten positiv reagiert: Sie müssen ihre Apfelschorle-Produktion in diesem Jahr nicht noch mit teurem Mineralwasser versetzen.

Uralte Schweizer Tradition

«Als Aargauerin freue ich mich schon darauf, dass unsere kantonale Spezialität schon bald nicht mehr die Rüeblistorte, sondern die Reiswaffel sein wird», erklärte Bundesrätin Leuthard heute Vormittag vor den Medien. Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass die Schweiz mit dieser Agrareform an eine grosse helvetische Tradition anknüpfe: «Im Mittelalter waren Eidgenössische Reisläufer in ganz Europa gesucht und geschätzt - man hätte sie wohl nicht so genannt, wenn sie nicht schon damals besten Schweizer Reis ins Ausland exportiert hätten.»

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