Nationalfeiertag erneut von Dauerreden getroffen

Marco Ratschiller | veröffentlicht am 02.08.2014

Was für ein Pech: Ausgerechnet am Nationalfeiertag wurde die Schweiz, wie schon in früheren Jahren, von einer massiven Redenfront überrollt. Die zuständigen Behörden weisen indessen jede Kritik zurück: Man habe die Bevölkerung rechtzeitig gewarnt.

Nationalfeiertag erneut von Dauerreden getroffen
(Nebelspalter)

Hunderttausende im ganzen Land wollten an diesem 1. August eigentlich nur gemütlich den Geburtstag der Schweiz feiern, doch es kam anders: Allgemeinplatzregen und Tadelstürme von Genf bis an den Bodensee, phrasenweise sollen in einer Stunde bis zu 200 Parolen niedergegangen sein. Augenzeugen sprechen von Worthülsen in einer Grösse, wie man sie seit dem Ende des kalten Krieges nicht mehr gesehen habe. Experten vermuten einen Zusammenhang mit der weltpolitischen Klimaerwärmung.

Erstaunlicherweise wurden die Redenschauer nur von einer geringen Getwitteraktivität begleitet. Im ganzen Beobachtungzeitraum schlug kein einziger Geistesblitz ein.

Zahl der Opfer noch ungewiss

Fachleute zeigen sich vor allem überrascht, wie unterschiedlich einzelne Regionen und Gemeinden von den Unwörtern getroffen wurden. Besonders hart traf es etwa die Gemeinden Oberarth SZ, Luthern Bad LU, Melide TI und Porrentury JU, die allesamt vom Rhetorik-Tief «Schneider-Ammann» heimgesucht wurden, welches tags zuvor bereits in Rorschach SG gewütet hatte. In den betroffenen Ortschaften sind Care-Teams seit Stunden daran, die Opfer behutsam aufzuwecken. Unklar ist noch, ob für einzelne jede Hilfe zu spät kommen könnte: «Es würde die Redensart 'zu Tode langweilen' nicht geben, wenn sowas nicht auch real vorkommen könnte», wie ein Sprecher der Pruntrutter Rettungskräfte gegenüber lokalen Medien sagte.

Insgesamt wird im ganzen Staatsgebiet mit mehreren Tausend unabhängigen Redeergüssen gerechnet, die meisten von ihnen hielten sich glücklicherweise stationär, «Leuthard» ging über Zernez GR nieder, «Köppel» in Arbon TG, «Sommaruga» lähmte Laupen BE. Auch wenn sich die Gesamthöhe der Schäden noch nicht beziffern lässt, sicher ist laut dem Bundesamt für Statistik bereits jetzt: Die Niedergeschlagenenmenge an diesem 1. August steht deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.

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