«Israel bombardiert Ziele in Gaza» erhält eigenen Unicode-Zeichenplatz

Marco Ratschiller | veröffentlicht am 08.07.2014

Das internationale Unicode-Konsortium hat für die ab sofort gültige Unicode-Version 7.1 die Schlagzeile «Israel bombardiert Ziele in Gaza» als so genannte Ligatur mit eigenem Codepunkt (U+10F34F) verabschiedet.

«Israel bombardiert Ziele in Gaza» erhält eigenen Unicode-Zeichenplatz
(Nebelspalter)

(nbs/sat/ire) Als Begründung zu diesem Schritt nannte das Konsortium die Tatsache, dass «Israel bombardiert Ziele in Gaza» in den vergangenen 50 Jahren der am häufigsten verwendete, unveränderte Satz im Nachrichtenwesen gewesen ist und dies wahrscheinlich auch für die kommenden Jahrzehnte so bleiben dürfte. Zur Diskussion stand ebenfalls der Satz «Israel aus Gaza-Streifen mir Raketen beschossen», doch werde dieser, wie ein Sprecher der Konferenz gegenüber dem Nebelspalter betonte, in deutschsprachigen Medien deutlich weniger prominent weiterverbreitet. Mit dem Entscheid, dem Satz ein eigenes Unicode-Zeichen zuzuweisen, sparen Journalisten und Verlage auf Dauer nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch Lohn- und Arbeitskosten.

Erste Geräte ab Oktober?

Peripherie-Gerätehersteller wie Logitech halten sich allerdings noch mit Angaben zurück, wann erste Computer-Tastaturen mit dem integrierten Sonderzeichen auf dem Markt erhältlich sein werden. IT-Spezialisten rechnen nicht vor dem vierten Quartal 2014 mit ersten kompatiblen Keyboards. Unklar ist vor allem, wie sich die Neuerung auf das gebräuchliche QWERTZ-Tastaturlayout auswirken wird, es kann aber davon ausgegangen werden, dass gewissermassen eine zusätzliche «Space»-Taste oberhalb der Zahlenreihe platziert werden könnte - nicht zuletzt, weil in diesem Bereich Platz für weitere Sondertasten wie «Nordkorea droht mit Atomschlag» oder «Fifa dementiert Korruptionsvorwürfe» wäre, welche aktuell im Unicode-Konsortium diskutiert werden.

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