Vera Dilliers geile Nebi-Welt

Roland Schäfli | veröffentlicht am 06.05.2014

Liebe Nebi-Readers! Bonjour, wie wir in St. Tropez sagen! Ich bin die Vera Dillier und schreibe jetzt sex-klusiv für den Nebi!

Vera Dilliers geile Nebi-Welt
(Nebelspalter)

Beim 'Blick' bin ich schon durchgenudelt worden. Erst war ich heiss, dann gefeuert. Aber der Nebi-Chefredaktor Marco hat ein Herz für gefallene Engel. Jedenfalls hat er Kataloge von «Victoria's Secret»-Engeln in seiner Schublade, was ihn schon mal sympathisch macht. Kaum war ich mit meiner Nabelschau beim 'Blick fertig, war ich reif für die Nebi-Schau. Chefredaktor Marco hat mir diesen Job als Kolumnistin angeboten. Dabei bin ich ja total unpolitisch. Ich finde den Kolumnismus keine gute Sache, weil die Leute da so arm sind, dass sie sich nicht mal eine Hermès-Handtasche leisten können. Poor Suckers, wie wir in St. Tropez sagen!

Da bin ich nun also, ta-taa! Auch wenn ich Marcos Ankündigung «Die älteste Satirezeitschrift und die älteste Jet-Setterin der Schweiz haben viel gemeinsam» ein bisschen ungeil fand. Ich mag ihn ja eigentlich gut, den Marco. Ich steh auf sein Intellekt. Der Anblick seines Intellekts jeden Tag macht es beinahe wett, dass der Nebi mir kein Honorar zahlen kann (ich kriege Kost und Logik, hat der Marco gesagt). Eine Frau braucht eh keinen Mindestlohn. Sondern einen reichen Mann. Der Bären-Töter von Bern Roland Schäfli Neue Kolumne!

Nicht einmal Weissweinsahne

Weil mir kein schlaues Thema für diese erste Kolumne einfallen wollte, hat mich Marco zum Hirnen raus aus der Redaktionsstube an den Strand von Horn geschickt (hihi, bei diesem Wort muss ich immer lachen). Am Strand von St. Tropez hab ich ja auch immer was gefunden. Meist einen neuen Mann. Aber an diesem beschissenen Strand gibts nicht mal Muscheln. Jedenfalls nicht an Weissweinsahne.

Marco hat gesagt, ich sei «wandelnde Satire». Das hab ich mir nicht zweimal sagen lassen und bin mehrmals aufreizend vor seinem Pult vorbeigewandelt. Er fiel in ein Koma, als ich ihn mit meiner Hermès- Handtasche leicht auf seinen intellektuellen Hinterkopf geschlagen hab. Ich las daraufhin unabsichtlich seine eingehende Post (alles auf Papier, Marco hat noch kein Handy). Es waren vor allem Rechnungen für «Victoria's Secret»-Unterwäsche. Aber auch eine heimliche Verehrerin hatte ihm geschrieben: «Ich warte jeden Monat sehnlichst auf den Nebi!» Diese Schlampe, diese Leserbriefschreiberin, mit der er mich betrügt! Männer! Ihr seid doch alle gleich! Das find ich fast so ungeil wie Kolumnismus. 

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