Weinland Honduras

Thomas C. Breuer | veröffentlicht am 01.03.2014

Honduras ist Gegner der Nati an der Fussball-WM in Brasilien und liegt an der breitesten Stelle der mittelamerikanischen Landbrücke.

Weinland Honduras
(Nebelspalter)

Die Hondurasputiños sind daher besonders breit und ernähren sich vorwiegend vom Brückenzoll und natürlich vom Weinanbau. Honduras ist ein Land zwischen Killerbienen und Killerbohnen.  Längst gilt aber nicht mehr die Banane als Hauptprodukt, sondern Kaffee, Bandenkriminalität und Baguettes - sowie natürlich der Wein. Eines eint sämtliche Winzer: Die Leidenschaft für Fussball.
Honduras ist sehr gebirgig, es gibt mehr Steilhänge als Steilpässe und mehr Bana-nenplantagen als Bananenflanken, es ist daher nicht leicht, Fussballfelder anzulegen, Gott sei Dank gehören illegale Brandrodung zu den beliebtesten Hobbys. Die steilen Hänge eignen sich dafür vorzüglich für Rebstöcke, die Lese indes gestaltet sich schwierig wegen der hohen Analphabetenrate. Bei der Ernte kommen daher häufig Weissschulterkapuzineraffen zum Einsatz, die im Kapuzinerkloster von Macchiatos speziell abgerichtet werden. Als Erntehelfer sind auch die Wirbelstürme willkommen, die das Land turnusmässig heimsuchen.
Zum Unruhländer vom Rio Plataño passt ein Kartoffelgericht, zum Salvatrucha, der hier sehr verbreitet ist, ein Militärgericht. Das furchtbar fruchtbare Departamento Narcotraficante ist eine reizvolle Landschaft, und vor allem der neue Generalwinzer Juan Orlando Hernández gilt vielen als Reizfigur, da er die beliebte Mara Salvatrucha-Rebe nach und nach durch Cabernet ersetzen will. Die Mara gilt als eine der am schwersten zu bändigenden Reben überhaupt und gedeiht nicht im Valle de Viñales, im «Tal der Weinstöcke», sondern im benachbarten Valle de Bolillos, dem «Tal der Schlagstöcke». Den dort gewonnenen Wein, z.?B. den 06er Darmverschluss aus Santa Domina de las Piedras Negras, trinkt man gerne zu Reptilien.
Trotz aller Probleme sind die Honduraner ein ausgelassenes Völkchen, das keinen Streich auslässt, was besonders für Staatsstreiche gilt. Wegen des vulkanischen Bodens gelten sie aber auch als besonders ausbruchsfähig, mit 91,6 Tötungsdelikten pro 100?000 Einwohnern wächst die Mordrate hondurasant und übertrifft sogar die der Schweiz - die Nati sei also gewarnt.

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