Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 14.12.2013

Die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse der vergangenen Tage - nochmals für Sie im kompakten Überblick.

Week END - der satirische Wochenrückblick
(Nebelspalter)

MONTAG: SVP-Nationalrat lässt Asylantin putzen
Trendwende bei der SVP: Man mag neu auch Schwarze. Sofern sie schwarz arbeiten. Hans Fehr beteuert, er sei sauber. Wie sich herausstellt, ist das tatsächlich der Fall, aber nur weil seine Asylbewerberin so gut putzt. Für die ausländische Putzkraft waren die sprachlichen Hürden im Haushalt Fehr jeweils schwer zu bewältigen. Sie war unsicher, ob sie Feierabend machen sollte, wenn Fehr ausrief «Ausländer raus!»

DIENSTAG: Mittelstand überlebensfähig
Das Bundesamt für Statistik hat ermittelt: Obwohl seit Jahren abgeschliffen und unter Druck, erodiert der Mittelstand nicht. Dass der Schweizer Durchschnitt passiv in der Mitte liegen bleibt, liegt gemäss Experten daran, dass er eben nur Durchschnitt ohne Ambition ist. Mittelständler können sich nach wie vor Haushaltshilfen zu Asyl-Tarifen leisten. Der vermeintliche Wohlstand im Mittelstand ist auch am CS-Sorgenbarometer abzulesen: An erster Stelle der Schweizer Sorgen steht die Angst, gestalkt zu werden, dicht gefolgt von, nicht gestalkt zu werden. Denn einen eigenen Stalker zu haben, gilt neu als Statussymbol.

MITTWOCH: Neuer Abt von Einsiedeln: Federer
Der neue Abt von Einsiedeln ist Namensvetter eines bekannten Tennisspielers: Federer ist sein Name. Wenn der Abt seinen guten Namen ebenfalls für Werbezwecke hergibt, dann freilich nur für kirchliche Belange. Für die Anwerbung neuer Mönche: «Jetzt Mitglied werden und profitieren». Für Kaffeemaschinen: «Nehmt und trinkt alle davon». Für Moet & Chandon: «Und er verwandelte Wasser in Champagner». Für Versicherungen: «Mit Sicherheit: Für alle anderen gibt es Kondome».

DONNERSTAG: Bauern pro Masseneinwanderung
Der Bauernverband ist gegen die SVP-Initiative zur Masseneinwanderung. Ausgerechnet die Landwirtschaft, die den Acker bereitete, auf dem diese Partei gedieh (mag sein, dass man zwischendurch mit zuviel Scheisse gedüngt hat). Politbeobachter halten es für möglich, dass der Bauernverband sich von der SVP abspaltet und zur BDP wechselt. Die Bauern sind eben doch auf die hochqualifizierten Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, etwa im Bereich des diplomierten Spargel-Stechens oder in der Kartoffel-Gewinnungs-Industrie. Wie schon die alte Bauernregel sagt: der dümmste Bauer hat die meisten ausländischen Arbeitskräfte.

FREITAG: Kinder werden immer später geboren
Gemäss Statistik bekommen Schweizer Frauen ihre Kinder immer später. Der Hebammenverband beklagt die vielen Überstunden, weil berufstätige Schwangere oft erst nach ihrer Arbeit in den Kreissaal kommen können, um das Kind auf die Welt zu bringen. Kinderkriegen entwickle sich immer mehr zur 24-Stunden-Gesellschaft, warnen die Geburtshelferinnen und kritisieren, dass an Tankstellen-Shops rund um die Uhr entbunden werden kann.

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