Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 09.12.2013

Die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse der vergangenen Tage - nochmals für Sie im kompakten Überblick.

Week END - der satirische Wochenrückblick
red. (Nebelspalter)
MONTAG: Trendwende im Stalking
Die Zürcher Polizei stellt ein neues Täterschutz-Programm vor: Dabei werden die Stalking-Opfer anstelle der Täter verhaftet. Dass Karl Dall im Gefängnis von einem Kickboxer ins Gesicht getreten sein soll, konnte allerdings anhand früherer Portraits zweifelsfrei widerlegt werden. In der grössten Schweizer Stalking-Affäre kommt nach 25 Jahren die Wahrheit ans Licht: Moritz Leuenberger war offenbar Elisabeth Kopps Stalker. Er hörte ihr Telefon ab, zeichnete ihre Gespräche auf und sammelte private Fotos von ihr. Was der Öffentlichkeit bisher verschwiegen wurde: Kopp trat zurück, weil sie im Bundeshaus kaum noch Privatspähre hatte, um ab und zu auch mal privat ein Telefon zu machen.

DIENSTAG: Pflegeheim wird Asylheim
In Luzern wird ein Pflegeheim zum Asylzentrum. So lässt sich der Asyl-Aufwand genauer verfolgen. Denn ebenso wie im Pflege- kommt nun im Asylantenheim das Punktesystem zur Anwendung: Kann ein Asylant sich das Bett selbst machen, kann er sich selbständig an- und auskleiden, für seine Körperhygiene sorgen - oder muss dies eine Pflegerin tun? Buchhalterisch ist das Anlegen des Kompressionsstrumpfs dieselbe Kostenstelle wie der Strumpf, den man dem Asylbewerber bei der Zwangsausschaffung über den Kopf zieht.

MITTWOCH: Klassenbeste in Pisa-Studie
Gemäss Pisa-Stutie sind wir die Bestesten im Rächnen! Jaja, rechnen können wir. Vor allem zu unseren Gunsten. Dazu eine Hausaufgabe: Wenn sich die Schulkosten innerhalb von 20 Jahren verdoppelt haben, die Klassen aber halbiert wurden und das Gewicht des Durchschnittsschülers um 20 Kilo zugenommen hat, wann kreuzt Schüler A den Weg von Schüler B, wenn beide in einem wegen Stellwerkstörung verspäteten Pendlerzug unterwegs sind?

DONNERSTAG: FDP traut sich: Heirat dereguliert
FDP-Nationalrat Andrea Caroni will die Notwendigkeit von Trauzeugen aus dem Gesetz streichen lassen. Diese seien schliesslich lediglich eine behördliche Hürde. Irgendwann müsste es doch möglich werden, ganz allein heiraten zu können, ohne die behördliche Hürde des gesetzlich vorgeschriebenen Partners, mit der Singles vom Staat schikaniert werden.

FREITAG: Wettbewerbsstart für neue Hymne
Die Nationalhymne soll durch einen Wettbewerb erneuert werden. Der erste Textvorschlag ist bereits eingetroffen:

Trittst im Morgenrock daher,
stalk ich dich sogar noch mehr
Dich, du Herrlicher
Bist du eigentlich abhörsicher?
Wenn deine Wang' vor Scham sich rötet
Abhöret, freie Schweizer, abhöret
Wenn die Bahn die Stellwerk störet
Euer frommer Stalker ahnt
Allein der Geheimdienst stalkt konstant
hier, im hehren Vaterland

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