Week END - der satirische Wochenrückblick

Roland Schäfli | veröffentlicht am 29.11.2013

Die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse der vergangenen Tage - nochmals für Sie im kompakten Überblick.

Week END - der satirische Wochenrückblick
red. (Nebelspalter)

MONTAG: Facebook-User verurteilt
Erinnern Sie sich an den Science-Fiction «Minority Report»? Wo man für Verbrechen verknackt wird, die man noch gar nicht begangen hat? Das ist jetzt die Gegenwart. Ein Zürcher Gymnasiast, in der irrigen Meinung, Facebook sei Privatsache, ist für seinen Post verurteilt worden. Er drohte seinen Friends mit der «Vernichtung» - was ja einfach bedeutet haben könnte, er wollte sie ent-frienden. Dazu schrieb er drohend «POW! POW!» Wer hingegen im Bundeshaus mit «PUK! PUK!» droht, ist noch nie belangt worden. Sollten nicht die unzumutbaren Ferien-Fotos unserer Facebook-Freunde unter Strafe gestellt werden?

DIENSTAG: SP fordert 1:15
Die Sozialdemokraten fordern nun brandneu ein Lohnverhältnis von 1:15 für bundesnahe Betriebe. Jetzt schlägts 13! War die SP denn am Sonntag abwesend, als das Volk die 1:12-Initiative ablehnte? Hat sie das Memo nicht bekommen? Parteipräsidenten dürften sich ruhig untereinander ein bisschen besser informieren, wie das Volk so abstimmte. Das liesse sich doch sicher mit der bewährten Telefonkette organisieren.

MITTWOCH: Armee schliesst Anlagen
Der Armee ist noch auf dem Weg zur Entbindung die Immobilien-Blase geplatzt: zahlreiche nicht rentable Objekte werden abgestossen. Die Bunker-Lofts waren im Unterhalt einfach zu teuer und fanden bei Bewohnern, die sich mit dem Retro-Look nicht anfreunden konnten, immer weniger Anklang. Für einmal war der Aufschrei am Flugplatz Sitten über die Schliessung lauter als der immer wieder beklagte Fluglärm. Die Sitten-Polizei legt Wert auf die Feststellung, dass sie in diesen Skandal in Sitten nicht verwickelt ist.

DONNERSTAG: UBS spendet an Uni
Die UBS hält neu die Aktienmehrheit an der Uni Zürich. Für die 100-Millionen-Investition sind die Erwartungen der Analysten an einen Turnaround im Fall Mörgeli hoch. Als Grossaktionär kann die Grossbank vorschreiben, der Hörsaal sei als «UBS International Center» anzuschreiben, das Zentrum umzutaufen in «UBS International Economic Forum», und die Toilette soll fortan «UBS Return on Investment Forum» heissen. Dass in der Uni neu der Geist der UBS herrscht, macht sich bereits bemerkbar: alle Kandidaten für die Stelle des neuen Rektors verlangen einen Bonus.

FREITAG: Ständerat gegen Organ-Spende
Ja, im Advent kommen sie wieder, die Bettelbriefe. Jetzt wollen die schon ganze Organe! Der Ständerat allerdings hat den automatischen Organ-Austausch abgelehnt. Und damit das Klischee bestätigt, Politiker hätten kein Herz. Jedenfalls keins, das sie schenken möchten. Um Organe anderer geht's ja auch ersten Schweizer «Porny-Film-Festival», das heute eröffnet. Und zwar mit dem Streifen: «Achtung, fertig, GV!»

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